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Fallende vs. steigende Preise : Wie sich Wohnungsmärkte weltweit unterscheiden

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Vorbild Wien? So mancher Berliner würde gern zu Mieten wie in der österreichischen Hauptstadt wohnen. Bild: Peter Rigaud/laif

Auch im Ausland wird heiß über den Wohnungsmarkt diskutiert. Im Vordergrund stehen die meist als zu hoch empfundenen Mieten. Chinesen stören hingegen die sinkenden Preise.

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          In den Vereinigten Staaten ist der #TenantTuesday in den sozialen Netzwerken zum Schlagwort geworden. Immer dienstags machen Interessenvereinigungen die steigenden Mieten zum Thema, kämpfen für bessere Rechte für Mieter und gegen Zwangsräumungen. Zuletzt twitterte auch Alexandria Ocasio-Cortez, der Jungstar der Demokraten im Kongress: „Die Mieten sind zu hoch!“ Die Mieten in Amerika sind in den vergangenen Jahren rasant und auch deutlich stärker als die Einkommen gestiegen. Das hat damit zu tun, dass nach der Finanzkrise der Anteil von Eigentümern am Immobilienmarkt zurückgegangen ist. Zuletzt lag er bei knapp 65 Prozent. Rund 43 Millionen amerikanische Haushalte mieten. Nach Angaben des Immobilienportals „Zillow“ zahlen sie dafür im Schnitt rund 28 Prozent ihres Einkommens. Oft ist es aber auch mehr. Nach einer Studie des Pew Research Center geben 17 Prozent der amerikanischen Haushalte mehr als die Hälfte ihres Einkommens für die Miete aus. Das teuerste Pflaster ist San Francisco. Hier kostete eine durchschnittliche Zweizimmerwohnung zuletzt 3690 Dollar. (aufgeschrieben von Roland Lindner)

          In Frankreich wird das Kaufen teurer

          In Frankreich wird Immobilieneigentum immer teurer, die Mieten werden es aber nicht. In Paris hat der Durchschnittskaufpreis für einen Quadratmeter gerade die Grenze von 10.000 Euro durchbrochen. Die Mieten stagnieren oder sinken dagegen seit einigen Jahren. Auch in Paris, dem Spitzenreiter mit rund 35 Euro Durchschnittsmiete je Quadratmeter (gegenüber 10 Euro zum Beispiel in Saint Etienne) – sind die Mieten kaum gestiegen. Ein Grund ist die unklare rechtliche Lage. Zwischen 2015 und 2017 hatte die sozialistische Regierung in Paris und Lille Mietbremsen einführen lassen, doch diese wurden von den Gerichten als illegal eingestuft. Demnächst will Paris einen neuen Anlauf unternehmen. Ansonsten wirken sich die niedrigen Kreditzinsen aus: Sie locken zum Kauf. Zudem sind die Renovierungen vermieteter Immobilien wegen unsicherer Aussichten auf dem niedrigsten Stand seit zwei Jahrzehnten, daher lassen sich Mietsteigerungen nicht so leicht durchsetzen. Bei leicht steigender Tendenz sind rund 58 Prozent der Franzosen Eigentümer, damit liegt Frankreich in Europa im unteren Bereich. (aufgeschrieben von Christian Schubert)

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