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„Gender-Stereotype“ : Wie politisch korrekt muss Werbung sein?

Geht doch: VW-Messestand 1970 in London. Bild: Interfoto

Das Verbot zweier Spots in Großbritannien wegen „Gender-Stereotypen“ hat eine Debatte ausgelöst.

          2 Min.

          Zwei junge Väter entdecken im Restaurant Brötchen mit dem neuen Philadelphia-Frischkäse. Sie sind so hingerissen und abgelenkt, dass sie übersehen, wie versehentlich ihre Babys auf dem Schnittchen-Fließband wegfahren. Eigentlich ein harmloser Werbespot des Philadelphia-Produzenten Mondelez, möchte man meinen. Doch die britische Werbeaufsicht ASA kannte keinen Spaß.

          Philip Plickert
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Der Spot enthalte „schädliche Gender-Stereotypen“, daher müsse er verboten werden, so die Advertising Standards Authority. Auch ein zweiter Werbefilm, dieser von Volkswagen, darf laut ASA-Verdikt nicht mehr im Fernsehen gezeigt werden. Der VW-Film zeigt zum Spruch „Wir können alles erreichen“ verschiedene kurze Szenen: Bergsteiger in einem Zelt, Astronauten, einen Sportler mit Beinprothese und schließlich eine junge Mutter neben ihrem Kinderwagen, an der ein Elektro-Golf vorbeifährt. Auch das erscheint alles harmlos – in den Augen der ASA jedoch gefährlich.

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