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Gewalt in Notaufnahmen : Wenn der Patient den Arzt attackiert

Als Arzt in der Notaufnahme zu arbeiten, ist nicht ungefährlich. Immer wieder werden Mediziner von Patienten angegriffen. Bild: AP

Immer häufiger werden Ärzte und Pflegekräfte in deutschen Notaufnahmen angegriffen. Die Kliniken reagieren zwar mit Schulungen und Sicherheitspersonal. Doch auch damit sind nicht alle Risikofaktoren aus dem Weg geräumt.

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          Wer dringend medizinische Hilfe braucht, geht oft in die Notaufnahme von Krankenhäusern. Immer häufiger landen dort aber nicht mehr nur Notfälle. Dominik Gottlieb erinnert sich noch gut an einen Patienten, der Anfang November in die Notaufnahme in Freiburg kam. Der junge Mann Anfang 20 befand sich nicht in einer lebensbedrohlichen Situation und musste deswegen länger warten. „Er hat dann eine Pflegerin grob sexuell beschimpft und körperlich bedroht. Daraufhin haben wir ihm Hausverbot erteilt und Anzeige erstattet“, erzählt Gottlieb, der pflegerische Leiter des Universitäts-Notfallzentrums Freiburg. In den vergangenen Jahren hat das Bewusstsein für solche Übergriffe auf Ärzte und Pfleger in der Gesellschaft, aber auch unter den Notdienstmitarbeitern selbst, stark zugenommen.

          Hochrechnungen des Bundesinnenministeriums zufolge wurden Ärzte im Jahr 2017 in 692 Fällen Opfer von Gewalt, Pfleger sogar in 2436 Fällen. Seit dem Jahr 2013 hat damit die Zahl der gemeldeten Gewalttaten gegenüber Ärzten um 60 Prozent zugenommen. Das Deutsche Krankenhausinstitut (DKI) warnt allerdings in seinem „Krankenhaus Barometer 2019“, dass viele Vorfälle weder gemeldet noch dokumentiert werden und die Dunkelziffer in Wahrheit viel höher liege. Fast drei Viertel der befragten Krankenhäuser verzeichneten im Jahr 2018 Übergriffe auf die Mitarbeiter in den Notaufnahmen. 58,1 Prozent gaben an, dass die Zahl der Übergriffe in den letzten fünf Jahren zugenommen habe.

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