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Erneuerbare Energien : Wie Israel mit „Saurons Auge“ die Energiewende meistern will

„Saurons Auge“ steht in der Negev-Wüste – und, anders als sein Namensgeber aus der Herr-der-Ringe-Reihe, ist es als Sonnenenergieturm Teil der israelischen Energiewende. Bild: AFP

Sonnenenergieprojekte in der Negev-Wüste sollen dem kleinen Land helfen, den Markt für erneuerbare Energien auszubauen und Strom bald ganz ohne Kohle und Diesel herzustellen. Und noch mehr ist geplant.

          3 Min.

          Der gleißende Lichtpunkt setzt sich schon Kilometer vorher, am Stadtrand von Beerscheba, im Auge fest, und je weiter man von dort in die Negev-Wüste fährt, desto heller wird es. In Aschalim bündeln Zehntausende schwenkbare Spiegel das harte Sonnenlicht auf die Spitze eines 250 Meter hohen Turms und erhitzen darin einen Boiler. Das „Auge Saurons“ nennen manche Israelis diesen Turm in Anspielung auf den fantastisch-finsteren Oberbösewicht in der Herr-der-Ringe-Reihe. Israel wiederum soll der Turm in eine deutlich hellere Zukunft führen: Denn der Wasserdampf des Boilers im Turm treibt eine Turbine an, die ihrerseits Strom erzeugt.

          Jochen Stahnke

          Politischer Korrespondent für Israel, die Palästinensergebiete und Jordanien mit Sitz in Tel Aviv.

          Seit ein paar Jahren ist auch Israel in die Produktion erneuerbarer Energieträger eingestiegen. Recht spät, doch mit ambitionierten Zielen. 2018 machten die Erneuerbaren nach Behördenangaben mit rund 1400 Megawatt ungefähr vier Prozent der Stromproduktion aus – eine im Vergleich zu anderen Ländern geringe Größe. Doch nach Auskunft der Regierung soll sie bis Ende 2020 schon zehn Prozent erreichen, also in nur etwas mehr als einem Jahr.

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