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F.A.Z. exklusiv : Der absurde Streit um Fridays for Future

Fridays-for-Future-Aktivisten Ende April in Berlin Bild: dpa

Fridays for Future hat keine Rechtsform. Ein Jurist versucht nun, sich die Webseite der Bewegung zu sichern – zum Wohle von Fridays for Future, sagt er. Der Vorgang beschäftigt die Gerichte. Die Streitparteien werfen sich Lügen und Eitelkeit vor.

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          Selbst der Richterin fällt es schwer, bei dieser Verhandlung die beiden Seiten auseinanderzuhalten. Am Landgericht Wiesbaden stehen sich gegenüber: die Graswurzelbewegung Fridays for Future, vertreten durch den beklagten Aktivisten Vincent Schlotfeldt, und der Verein Fridays for Future e.V., vertreten durch seinen Vorstandsvorsitzenden George-Manuel Stelter – „ein Mysterium“ nennt Schlotfeldt ihn. Der Aktivist sitzt in khakifarbenen Dreiviertel-Hosen neben seinem Anwalt Simon Bergmann und starrt auf den leeren Platz gegenüber. Stelter ist nicht gekommen, nur seine Anwältin Olga Stepanova sitzt auf der anderen Seite. Fridays for Future e.V. hatte eine einstweilige Verfügung gegen Schlotfeldt beantragt, der das Landgericht Wiesbaden vor einem Monat stattgegeben hat. Schlotfeldt und seine Fridays-for-Future-Bewegung haben Widerspruch eingelegt. Nun verhandelt das Gericht. Die Richterin rutscht unschlüssig auf ihrem Platz hin und her.

          Sarah Obertreis

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Gustav Theile

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Stelter will, dass Schlotfeldt die Domain rausrückt, die der junge Aktivist verwaltet und mit ihr alle dazugehörigen E-Mail-Adressen. Fridaysforfuture.de ist einer der Grundpfeiler der deutschen Bewegung. Über die Webseite werden die Protesttermine bekannt gegeben, Spenden gesammelt und die Ziele von Fridays for Future verbreitet. Stelter sagt über sich und seinen Verein: „Wir sind Fridays for Future und Herr Vincent Schlotfeldt ist es nicht.“ Vincent Schlotfeldt und der Sprecher von Fridays for Future sagen, Stelter sei nicht in ihrer Bewegung aktiv. Ihr Anwalt sagt, Stelter lüge und habe bewusst getäuscht. Nun soll die Richterin entscheiden: Wer ist der wahre Vertreter der Fridays-for-Future-Bewegung? Wer hat das Recht auf die Domain?

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