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Spekulativer Leerstand : Wie Städte gegen den Wohnungsmangel kämpfen

Toter Fleck im Getümmel: In diesem Altbau mitten in Frankfurt stehen mehrere Etagen leer. Bild: Carlos Bafile

Frankfurt will den spekulativen Leerstand bekämpfen, Tübingen will Grundstückseigner zum Bauen verdonnern. Die Städte ziehen die Daumenschrauben an, um private Eigentümer in die Pflicht zu nehmen.

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          Die Berger Straße ist eine der Lebensadern Frankfurts. Hier ist immer etwas los, tagsüber in Geschäften und Cafés, abends in Kneipen und Restaurants. Doch mitten im Getümmel findet sich ein toter Fleck: Zwei große Altbauten gegenüber von einem kleinen Park stehen leer. Einige Fenster sind verrammelt, bei anderen ist das Glas gesprungen, die Fassaden sind mit Graffiti besprüht, und aus namenlosen Briefkästen quillt der Müll. Hier wohnt keiner mehr, seit mehr als zehn Jahren schon, und das in einer Lage, in der 18 Euro Miete je Quadratmeter keine Ausnahme sind.

          Judith Lembke

          Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ein paar Straßen weiter bietet sich ein ähnliches Bild. Während vor den umliegenden Häusern am frühen Feierabend Fahrräder abgestellt und Haustüren aufgeschlossen werden, bleibt dieses Haus in der Eckenheimer Landstraße weitgehend verwaist. Nur in der zweiten Etage leuchtet noch eine einsame Lichterkette auf dem Sims. Die meisten Stockwerke sind schon länger verwaist, obwohl sich auch in dieser Gegend Schlangen bilden, sobald ein Besichtigungstermin ansteht.

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