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Wohnungsmarkt in Deutschland : Nichts geht mehr: Die Städte sind voll

  • -Aktualisiert am

Auch in Leipzig gibt es immer weniger Wohnungen. Bild: dpa

In Boomregionen gibt es praktisch keinen Leerstand mehr, während andernorts mehr als jede zehnte Wohnung frei ist. Über eine Krise mit Ansage – und was daraus folgt.

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          Kaum noch Inserate, kaum noch Umzugswagen auf der Straße: In etlichen deutschen Großstädten gibt es so gut wie keine leerstehenden Wohnungen mehr. In München und Frankfurt beträgt die Leerstandsquote nur noch 0,2 Prozent, in Freiburg sind es 0,3 Prozent, in Münster und Darmstadt 0,4 Prozent. Dies geht aus einer neuen Studie des Analysehauses Empirica und des Immobilienberatungsunternehmens CBRE hervor, die der F.A.Z. vorliegt. Spitzenreiter in puncto Leerstand ist dagegen der Landkreis Greiz in Thüringen mit 13,3 Prozent. Unter den Städten ist das rheinland-pfälzische Pirmasens besonders betroffen. In der einstigen deutschen Schuhmetropole standen zuletzt 9,3 Prozent der Wohnungen leer. In Chemnitz und Frankfurt/Oder waren es jeweils 8,4 Prozent.

          Julia Löhr
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Im gesamtdeutschen Durchschnitt stehen der Erhebung zufolge 2,8 Prozent oder gut 600.000 Wohnungen frei. Im Vergleich zu der Analyse Ende des vergangenen Jahres ist der durchschnittliche Leerstand damit unverändert, allerdings hat sich die Kluft zwischen Boom- und Schrumpfungsregionen nochmals vergrößert. In Ersteren sank der Leerstand noch etwas weiter auf 1,9 Prozent, in Letzteren stieg er auf 8,6 Prozent. „Besonders drastisch ist die Entwicklung in Leipzig“, berichtet Empirica-Vorstandschef Reiner Braun. Im Jahr 2014 standen in der bei Studenten und Kreativen beliebten sächsischen Stadt noch 6 Prozent der Wohnungen leer. Stand Ende 2019 waren es nur noch 2,8 Prozent. Immobilienfachleute werten das als einen hohen Rückgang innerhalb dieser Zeitspanne.

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