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Parteigeschichte : Von der SPD lernen

Die Größen der 1959er SPD auf dem außerordentlichen Parteitag in Godesberg: E. Ollenhauer, H. Wehner, A. Nau, F. Erler, C. Schmid, E. Schoettle und W. Eichler (von links). Bild: akg-images

Vor 60 Jahren verwandelte sich die SPD mit dem Godesberger Programm von einer Arbeiter- zu einer Volkspartei, die sich mit der Marktwirtschaft versöhnte. Heute könnte sie davon profitieren.

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          Kurz vor der Wahl ihrer Parteivorsitzenden dürfen die deutschen Sozialdemokraten den 60. Geburtstags jenes Programms feiern, das ihnen die Regierungsfähigkeit auf Bundesebene bescherte. Es kennzeichnete die Abkehr von sozialistischen Weltveränderungsträumen und das Bekenntnis zu Fundamenten der Bundesrepublik wie der Sozialen Marktwirtschaft. Nicht zuletzt für heutige Parteistrategen lehrreich, leitete dieses Programm die Verwandlung der SPD von einer auf einen Teil der Bevölkerung beschränkten Klassenpartei zur Volkspartei ein, die mit einem Zweitstimmenergebnis von 45,8 Prozent in der Bundestagswahl des Jahres 1972 ihren größten Triumph feierte.

          Das Godesberger Programm des Jahres 1959 war für viele Sozialdemokraten damals weniger eine Frage des Herzens als vielmehr eine Frage der Vernunft – und des machtpolitischen Kalküls. In den Bundestagswahlen der Jahre 1949, 1953 und 1957 hatte die SPD mit Zweitstimmenanteilen von jeweils rund 30 Prozent aus heutiger Sicht zwar beeindruckende Ergebnisse erzielt. Damals aber boten diese gegenüber einer CDU/CSU, die im Jahre 1957 mit 50,2 Prozent eine absolute Mehrheit der Stimmen erreicht hatte, keinerlei Machtperspektive.

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