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Gastbeitrag von SPD-Chef : Den Ausverkauf der deutschen Stahlindustrie verhindern

  • -Aktualisiert am

Wichtig für die deutsche Industrie: Hochöfen 9 und 8 von Thyssen-Krupp in Duisburg Bild: dpa

Die Politik muss die Stahlindustrie befähigen, gewinnbringend und klimaneutral zu produzieren. Dazu kann auch eine staatliche Beteiligung sinnvoll beitragen. Ein Gastbeitrag.

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          Krisen, so heißt es, sind die Stunde des Staates. Die Corona-Krise liefert neues Futter für diese alte These. Vor unserer Gesellschaft türmt sich eine Jahrhundertaufgabe auf: die sozialökologische Transformation. Gelingt es uns, auf eine Art zu wirtschaften, die langfristig und umsichtig denkt, die die Umwelt schont, gute Arbeitsplätze und Wohlstand samt einer gerechten Teilhabe aller daran schafft? Diese Aufgabe meistern wir nur, wenn wir uns endgültig von jenem Irrglauben befreien, der den entfesselten Markt ohne jeden Rahmen als Allheilmittel preist. Dieser Mythos ist längst entzaubert – und wird es gerade wieder einmal in der deutschen Stahlindustrie.

          Stahl bleibt ein unverzichtbarer Werkstoff. Aber machen wir uns nichts vor: Herkömmlich produziert, wird Stahl es am Standort Deutschland schwer haben. Der Qualitätsvorsprung wird gegenüber China und Indien kaum zu halten sein. Die Gefahr ist groß, dass in absehbarer Zeit auch die letzte Produktion dahin abwandert, wo sie billiger ist. Der Schlüssel für zukunftssichere Arbeitsplätze liegt neben der Produktqualität in der CO2-freien Herstellung. Nur technologischer Fortschritt in dieser Kombination bringt den Vorsprung, der der Stahlproduktion in Deutschland weiterhin eine Vorreiterrolle sichert.

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