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Mietkäufe bei Immobilien : Miete zahlen, Eigentum bilden

  • -Aktualisiert am

Angst vor Verdrängung: Die steigenden Mieten in Großstädten sind seit Jahren ein Streitthema. Bild: Andreas Pein

Schon seit Langem versucht die Politik, aus mehr Mietern Eigentümer zu machen. Mehrere Parteien wollen jetzt Mietkäufe stärker fördern. Das Modell klingt gut, doch in der Praxis lauern noch Tücken.

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          Deutschland ist das Land der Mieter. Von den 36,9 Millionen Wohnungen hierzulande sind laut dem Statistischen Bundesamt mehr als die Hälfte vermietet. In den sieben größten deutschen Städten sind es sogar knapp 78 Prozent. Das hat durchaus Vorteile. Mieter sind flexibel, wer beruflich in eine andere Stadt oder raus ins Grüne ziehen will, ist seine Wohnung schnell wieder los. Der Nachteil: In den vergangenen Jahren sind die Mieten in den Ballungszentren stark gestiegen, vor allem im Fall von Neuvermietungen. Viele Mieter treibt die Sorge um, sich ihr vertrautes Viertel bald nicht mehr leisten zu können. Wie schon vor vier Jahren wird deshalb auch in diesem Bundestagswahlkampf das Thema Wohnen eine zentrale Rolle spielen.

          Julia Löhr
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Interessant ist, dass mehrere Parteien, deren Positionen sonst weit auseinanderliegen, in ihren Wahlprogrammen jetzt ein Modell propagieren, das aus mehr Mietern Eigentümer machen soll, bislang aber in Deutschland noch wenig verbreitet ist. Die Rede ist vom Mietkauf. Vereinfacht gesagt, sollen die Mieter mit ihren monatlichen Zahlungen Stück für Stück zu Eigentümern der Wohnung werden, in der sie leben. Nach einer bestimmten Zahl von Monatsraten gehört ihnen die Wohnung entweder ganz, oder sie müssen dafür noch eine vertraglich festgelegte Ablösesumme zahlen. Auf diese Weise sollen auch Menschen eine Immobilie kaufen können, die zu wenig Eigenkapital haben, um das auf dem klassischen Weg mithilfe eines Immobilienkredits zu tun. Das Versprechen, Mietkaufmodelle staatlich zu fördern, findet sich sowohl in den schon beschlossenen Wahlprogrammen von SPD und Grünen als auch im Entwurf der CDU.

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