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Globale Mindeststeuer : 15 Prozent, aber einfach

Orientierungshilfe: Rote Flaggen könnten künftig auch Länder kennzeichnen, die den geplanten globalen Mindeststeuersatz unterlaufen. Bild: Vario

Die globale Mindeststeuer verzögert sich in der EU noch. Die Zeit gilt es zu nutzen, um die das Konzept praktikabel zu machen. Sonst frisst die Bürokratie die erhofften Einnahmen auf. Ein Gastbeitrag.

  • -Aktualisiert am
          9 Min.

          Mit einem spektakulären Coup ließ Un­garns Ministerpräsident Viktor Orbán vergangene Woche die EU-Richtlinie zur globalen Mindeststeuer platzen. Zuvor war die Richtlinie von Polen blockiert worden. Branchenkenner sind sich einig, dass die Blockade beider Staaten ihre Verhandlungspositionen in anderen EU-Streitigkeiten stärken sollte, sich jedoch nie ernsthaft auf die Inhalte der globalen Mindeststeuer bezog. An der Einigung auf die Richtlinie wird daher weiter gearbeitet. Damit die Mindeststeuer global und in der Europäischen Union funktioniert, müssen die Regeln einfacher anwendbar werden. In einem universitätsübergreifenden Forschungsverbund haben wir in Abstimmung mit der OECD einen Vorschlag zur Vereinfachung der Mindeststeuer entwickelt.

          Wie funktioniert die globale Mindeststeuer? Mitte 2021 hatten sich mehr als 135 Staaten auf die Einführung einer weltweiten Mindeststeuer für multinationale Konzerne geeinigt. Unter der Federführung der Industrieländerorganisation OECD entstand ein Kompromiss, der jedem Staat volle Freiheit für die Gestaltung seiner Steuergesetze lässt, gleichzeitig aber für internationale Konzerne sicherstellt, dass jede Konzerneinheit – unabhängig davon, wo sie ansässig ist – mit mindestens 15 Prozent Steuern belastet wird. Das soll eine Angleichung der Wettbewerbsbedingungen garantieren.

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