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Stuttgarter Klinikum : Kommt da der Scheich zur Hüft-OP?

Kommt da ein Scheich zur Hüft-OP gefahren? Im Stuttgarter Klinikum könnte das der Fall sein. Bild: Imago

Das Stuttgarter Klinikum wollte mit Patienten aus dem Morgenland einen Reibach machen. Dafür war ihnen jedes Mittel recht. Es ist eine Geschichte über Dummheit, Gier und Betrug.

          8 Min.

          Stuttgart ist eine reiche Stadt. 380 Millionen Euro Überschuss stehen im Abschluss für 2017, seit fünfzehn Jahren schon braucht die Hauptstadt von Baden-Württemberg keine neuen Kredite mehr. Bald ist sie komplett schuldenfrei, als einzige Großstadt in der Republik. Im Rathaus weiß man nicht, wohin mit all dem Geld.

          Trotzdem hat Stuttgart ein armes Krankenhaus. Es ist mit rund 2000 Betten und 600 Millionen Euro Umsatz zwar eines der größten in Deutschland und für die Stadt als alleinige Eigentümerin so wichtig, dass es im Stuttgarter Magistrat sogar einen eigenen Titel gibt: Krankenhausbürgermeister. Aber viel Staat ist damit nicht zu machen. 23 Millionen Euro Verlust hat das Klinikum zuletzt verbucht, ein Sparplan löst den nächsten ab. Das Kernstück ist das Katharinenhospital, 1828 eröffnet und seitdem unzählige Male um- und ausgebaut. Die Gebäude, in labyrinthischer Unübersichtlichkeit am Fuß des Kriegsbergs am Rand der Innenstadt verteilt, sind heruntergekommen. Das Bauamt stellt alarmierende Mängel beim Brandschutz fest. Und in der Empfangshalle tropft es von der Decke, wenn es draußen regnet.

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