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Brexit-Abkommen : Ein Sieg der Vernunft

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Ein langer Weg: Boris Johnson und Ursula von der Leyen (v.l.) arbeiteten neun Monate an dem 1.246 Seiten starken Abkommen. Bild: AP

Monatelanges Feilschen, gegenseitige Anklagen, theatralische Gesten und Bluffs sind vorbei. Die Einigung zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich kommt gerade rechtzeitig. Mancher Streit war bisweilen grotesk.

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          In letzter Minute haben die Brexit-Verhandlungen zum Abschluss geführt. Monatelanges zähes Feilschen, gegenseitige Anklagen, theatralische Gesten und Bluffs, die einem Shakespeare-Drama entstammen könnten, haben das Publikum zuletzt nur noch mäßig beeindruckt in Brüssel, in London, in EU-Europa und auf der britischen Insel. Am Ende hat doch die Vernunft gesiegt. Ohne den Deal wären zum Jahreswechsel Zölle eingeführt worden, die inmitten der Corona-Krise zusätzliche volkswirtschaftliche Belastungen gebracht hätten.

          Viereinhalb Jahre nach dem britischen EU-Austrittsreferendum ist der Brexit nun endlich und endgültig vollzogen. Als „faires und ausgeglichenes Abkommen“ bezeichnet Ursula von der Leyen den Vertrag. Boris Johnson spricht von einem „guten Deal für ganz Europa“. Britannien habe nun die Kontrolle über seine Gesetze und sein Schicksal zurückgewonnen, sagt der Londoner Premier. Die Verhandlungsführer Michel Barnier und David Frost haben professionell agiert, nach und nach die Streitpunkte aus dem Weg geräumt. In nur neun Monaten haben sie den mehr als 1246 Seiten dicken Freihandelsvertrag gezimmert. Das Ceta-Abkommen der EU mit Kanada brauchte dagegen sieben Jahre. Extremer Zeitdruck verleiht manchmal Flügel.

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