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Glücksfall für Italien : Wie aus dem Zentralbanker Draghi ein Politiker wird

Unter Mario Draghi soll Italien wirtschaftlich wieder stärker werden – wie erfolgreich er damit ist, ist noch nicht klar. Bild: Reuters

Der Ex-Zentralbankpräsident Mario Draghi will Italien wirtschaftlich wieder aufs Radar bringen. Doch vor dem G20-Gipfel zeigt seine Reformbilanz schon die ersten Macken. Wie lange bleibt er Ministerpräsident?

          4 Min.

          Mit zwei Stunden Verspätung fing die Pressekonferenz am Freitagabend in Rom an. Mario Draghi musste lange mit der Regierungspartei Lega ringen, bis der Haushalt für 2022 samt neuer Regeln für das Rentensystem beschlossen waren. Am Ende standen neue Mehrausgaben und Steuersenkungen in der Höhe von 30 Milliarden Euro, die noch um 7 Milliarden über das vor einer Woche angekündigte Maß hinausgehen. Auch ein Rentenreförmchen gehört zum Programm; die Lega hat es zusammen mit den opponierenden Gewerkschaften gezielt klein gehalten.

          Christian Schubert
          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland.

          Die EU-Kommission, die angesichts der pandemiebedingten Rekordüberweisungen nach Italien Strukturreformen anmahnt, blickt mit kritischen Augen nach Rom. Draghi erwiderte in typisch stoischer Ruhe: „Es gibt keinen Grund enttäuscht zu sein. Die Steuersenkungen schaffen die Grundlage für mehr Wirtschaftswachstum, und bei den Renten kehren wir bald zu einem beitragsfinanzierten, nachhaltigen System zurück“. Nebenbei kündigte er an, dass die italienische Wirtschaft in diesem Jahr „deutlich mehr als 6 Prozent“ wachsen werde.

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