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Bessere Zeiten für Frauen : Rentnerinnen holen deutlich auf

Frauen, die 2021 die Rente erreichten, kamen auf durchschnittlich 36,9 Versicherungsjahre. Im Jahr 2001 waren es nur 27,2 Jahre gewesen. Bild: dpa

Eine steigende Erwerbstätigkeit von Frauen hilft bei der Rente: Im Durchschnitt machen Neurentnerinnen nun fast 37 Versicherungsjahre geltend, ein Drittel mehr als zur Jahrtausendwende.

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          Dank einer gestiegenen Erwerbsbeteiligung können Frauen beim Eintritt in den Ruhestand mittlerweile deutlich längere Versicherungszeiten und höhere Rentenansprüche geltend machen als noch vor 20 Jahren. Das zeigt eine neue Auswertung der Deutschen Rentenversicherung Bund für deren Vertreterversammlung am Dienstag in Freiburg. Sie liegt der F.A.Z. vorab vor. Frauen, die 2021 die Rente erreichten, kamen demnach auf durchschnittlich 36,9 Versicherungsjahre. Im Jahr 2001 waren es nur 27,2 Jahre gewesen. Besonders stark sind die Versicherungszeiten von Frauen im Westen angewachsen: Sie verlängerten sich von 23,8 auf 35,4 Jahre.

          Dietrich Creutzburg
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Wie sich dies konkret auf die einzelne Rente auswirkt, hängt neben der Dauer der Beitragszahlung von der Lohnhöhe im Erwerbsleben ab. Wer zum Beispiel immer zum Durchschnittslohn gearbeitet hat, bekam 2021 im Westen für jedes seiner Erwerbsjahre 34,19 Euro Monatsrente.

          Die längeren Versicherungszeiten wirken sich dann überschlägig so aus: Wer bis zum Renteneintritt im Jahr 2021 nur die einst üblichen 23,8 Jahre gearbeitet hatte, erreichte damit 813,72 Euro Monatsrente. Bei nun 35,4 Erwerbsjahren zum Durchschnittslohn kamen aber schon 1210,33 Euro heraus. Und wer – zum Beispiel – 80 Prozent des Durchschnittslohns hatte, kommt auch bei der Rente auf 80 Prozent dieser Werte.

          Im Osten sind die Versicherungszeiten, anders als im Westen, dagegen nur leicht gestiegen – vor allem, weil dort die Erwerbsbeteiligung von Frauen traditionell höher ist: Der Auswertung zufolge kamen Neurentnerinnen im Osten 2001 im Mittel auf 40,9 Versicherungsjahre und inzwischen auf 43 Jahre. Allerdings gibt es neben der gestiegenen Erwerbsbeteiligung noch weitere Faktoren, die zu längeren Versicherungszeiten führen – allen voran die erweiterte Anerkennung von Kindererziehungszeiten durch den Ausbau der sogenannten Mütterrente in den Jahren 2014 und 2019. Müttern vor 1992 geborener Kinder werden inzwischen je Kind 2,5 Jahre zum Durchschnittslohn bei der Rente gutgeschrieben.

          Dies habe den Anstieg aber nur verstärkt, betont Christian Amsinck, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Rentenversicherung Bund. „Die Zunahme der Versicherungsjahre ist hauptsächlich auf eine erhöhte Erwerbsbeteiligung von westdeutschen Frauen zurückzuführen“, sagte Amsinck der F.A.Z. „Altersrentnerinnen, die derzeit in Rente gehen, haben im Durchschnitt längere Erwerbsbiographien und damit eine höhere Anzahl an Versicherungsjahren als ältere Rentnerinnen.“ Hinzu komme, dass in den vergangenen Jahren Regelungen zum vorzeitigen Renteneintritt eingeschränkt wurden.

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