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Mehr Flüssiggas verkaufen : Das hat Amerika mit Europa vor

  • -Aktualisiert am

Erdgasverflüssigungsanlage auf der norwegischen Insel Melkoya. Norwegen gehört zu Europas wichtigsten LNG-Förderern. Bild: Matthias Hannemann

Washington will die neue Gasleitung Nordstream 2 nach Russland unbedingt verhindern. Dahinter stecken Geschäftsinteressen. Jetzt reden die Exporteure.

          3 Min.

          Amerikas Energiewirtschaft will mehr Gas nach Deutschland und Europa exportieren. „Amerikanische Flüssiggasproduzenten sind immer stärker daran interessiert, Europa mit Gas zu beliefern“, sagte der Vorsitzende der Vereinigung der Exporteure, Charlie Riedl, der F.A.Z. Nicht nur der Energiekonzern Uniper habe bereits einen langfristigen Bezugsvertrag mit amerikanischen Lieferanten. „Ich erwarte, dass weitere Lieferverträge unterzeichnet werden“, sagte Riedl, dessen Organisation Konzerne wie BP, Chevron, Exxon Mobil, Shell oder Total vertritt. Sein Ziel: 2025 soll Amerika Europas Flüssiggaslieferant Nummer eins sei.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Wien.

          Im Streit um die Gasleitung Nord Stream 2 durch die Ostsee hatte Präsident Donald Trump nicht nur Sanktionen gegen die Pipelinebetreiber, sondern auch amerikanische Gasexporte als Alternative angeregt. Riedl sieht nun Platz für Gas aus beiden Quellen. „Angesichts steigender Nachfrage und sinkender Eigenerzeugung in Europas Gasfeldern glauben wir, dass Flüssiggaslieferungen und Pipelinegas aus Russland eine Chance haben, im Wettbewerb miteinander zusätzliche Marktanteile zu gewinnen“, sagt Riedl.

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