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Impfmotivation in Amerika : Erst die Spritze – dann einen Joint

Hilft nicht gegen Corona, aber gegen Impfmuffel: Joint-Ausgabe in New York Bild: Polaris/laif

In Amerika werden die Menschen mit Bier und Lotterien zum Impfen motiviert. Sogar Marihuana wurde verschenkt, um Zauderer zu überzeugen.

          3 Min.

          Der Erfolg der amerikanischen Impfkampagne ist gefährdet. Die Zahl der täglichen Impfungen hat sich fast halbiert von 3,3 Millionen Mitte April auf 1,7 Millionen. Es mangelt nicht an Impfstoffen oder Möglichkeiten, sich impfen zu lassen. Die Leute kommen einfach nicht mehr in Scharen, nachdem 50 Prozent mindestens einmal und 40 Prozent komplett geimpft sind. Doch erste Bundesstaaten sehen eine vielversprechendes Mittel gegen den Trend: Lotterien.

          Winand von Petersdorff-Campen
          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Pionier ist Ohio. Der republikanische Gouverneur Mike DeWine hatte am 12. Mai angekündigt, dass geimpfte Bürger des Bundesstaats unentgeltlich an der Vax-a-Million-Lotterie teilnehmen können, die in fünf Ziehungen jeweils eine Million Dollar an den Gewinner ausschüttet. Eine zweite Verlosung für Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren vergibt im gleichen Wochenrhythmus vierjährige Vollstipendien für eine staatliche Universität in Ohio. Das Ziel der Kampagne ist es, Impfzauderer zu motivieren. DeWine berichtet von ersten Erfolgen. Die Zahl der 16 und 17 Jahre alten Jugendlichen, die sich in der Woche nach dem Start der Lotterie impfen ließen, war fast doppelt so hoch wie in der Vorwoche. Die Zahl der Erwachsenen bis 49 Jahre stieg gegenüber der Woche vor der Lotterie um 50 Prozent. Die ersten Gewinner wurden schon Mitte der Woche ausgelost und in lokalen Fernsehsendern bekannt gegeben.

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