Debatte um Widerspruchslösung :
Wird die Organspende zum Normalfall?

Von Andreas Mihm, Berlin
Lesezeit: 4 Min.
Höchste Konzentration: Eine Operation am Universitätsklinikum Essen
Wenig Menschen sind noch bereit, nach dem Tod Organe zu geben. Soll künftig jeder zum Spender werden, der nicht zeitlebens ausdrücklich widersprochen hat?

Die Zahl der Organspender geht seit Jahren immer mehr zurück. Um den Trend zu stoppen und umzukehren, sind im Koalitionsvertrag organisatorische Verbesserungen in den Kliniken verabredet worden. Vielen geht das nicht weit genug, sie fordern eine Änderung der Rechtslage. Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank-Ulrich Montgomery, plädierte gegenüber der F.A.Z. für einen Systemwechsel, weg vom Spenderausweis, hin zur Widerspruchslösung. Die besagt im Kern, dass die Zustimmung zur Organspende gegeben ist, solange ihr nicht ausdrücklich widersprochen wird. Führende Gesundheitspolitiker der Koalition unterstützen solch einen, im Koalitionsvertrag nicht verabredeten Systemwechsel gegenüber der F.A.Z.; es kommt dazu allerdings auch Widerspruch aus den Fraktionen.

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