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Technik-Wettlauf : China macht mobil gegen Microsoft und Dell

Technik der Zukunft: Besucher bestaunen Neues auf der Hochtechnologie-Messe in Shenzhen Bild: EPA

Chinas Behörden sollen auf ausländische Computer verzichten. Das Reich der Mitte will sich von Amerika technologisch unabhängig machen. Geht das?

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          Die Entkopplung der beiden größten Volkswirtschaften der Welt nimmt Fahrt auf. Am Montag wurde in China bekannt, dass die Regierung anordnete, in den kommenden drei Jahren in der gesamten Verwaltung des riesigen Landes ausländische Computerhardware und -software durch inländische Produkte zu ersetzen. Ein entsprechender Bericht der „Financial Times“ über den Befehl, den die Zentrale der Kommunistischen Partei früher in diesem Jahr gegeben hatte, wurde in chinesischen Regierungskreisen bestätigt. Allerdings hätten die Behörden noch nicht damit begonnen, den Plan umzusetzen, hieß es.

          Hendrik Ankenbrand
          (hena.), Wirtschaft
          Winand von Petersdorff-Campen
          (wvp.), Wirtschaft

          Laut der Regelung sollen schon im kommenden Jahr 30 Prozent aller von ausländischen Unternehmen wie Microsoft und Dell produzierten Rechner und Programme ausgetauscht werden. Im Folgejahr sollen weitere 50 Prozent hinzu kommen, im dritten Jahr dann die restlichen 20 Prozent. Schätzungen zufolge beläuft sich allein die Zahl der in chinesischen Beamten-Büros stehenden Computer auf ungefähr 30 Millionen Stück.

          Die Anordnung aus Peking trifft amerikanische Unternehmen, deren Lieferketten und Produktionsketten auch in der Heimat zunehmend unter Druck geraten. Die Politik fürchtet, dass chinesische Unternehmen mit amerikanischem Geld und amerikanischer Technologie zu Weltmarktführer gepäppelt werden könnten. Eine Kongress-Kommission warnte im jüngst publizieren Jahresbericht, China verfolge das Ziel der technologischen Hegemonie um jeden Preis. Ausländische Unternehmen seien Opfer von Technologie-Diebstahl oder würden gezwungen, technisches Wissen an ihre chinesische Partner abzutreten. Peking betreibe weiterhin Industriespionage und bedrohe damit Amerikas nationale Sicherheit. Die Autoren des Berichts weisen darauf hin, dass China aktuell die Modernisierung der chinesischen Volksarmee zum Ziel ausgerufen hat.

          Debatte im Silicon Valley

          Der technologische Wettlauf der Streitkräfte beider Länder rückt zunehmend in den Fokus der öffentliche Debatte. Sie wird befeuert durch politisch aktive Mitarbeiter von Silicon Valley-Unternehmen, die sich gegen Lieferverträge mit dem Pentagon und amerikanischen Sicherheitsbehörden wenden. Der Gründer und Vorstandsvorsitzende von Amazon, Jeff Bezos, hat dazu am Wochenende Stellung genommen. „Wenn die Technologie-Riesen dem Verteidigungsministerium den Rücke kehrten, dann gerät das Land in Schwierigkeiten“, warnte er: „Das darf einfach nicht passieren.“

          Er verstehe die Emotionen. Das sei ein wichtiges Thema. Mitarbeiter hätten ein Recht auf ihre Meinung, doch die Unternehmensführung dürfe entsprechenden Forderungen nicht nachgeben. Sein Unternehmen werde das Pentagon unterstützen. Bezos spielte damit auf eine Entscheidung der Google-Führung aus dem Frühjahr an, die Auswertung von Drohnen-Videos für das Verteidigungsministerium nicht fortzusetzen. Tausende Google-Angestellte hatten sich gegen das Projekt ausgesprochen. Bezos warnte auch davor, dass China in der Raumfahrt-Technologie davonziehen könnte, sollte Amerika nicht seine Anstrengungen verstärken.

          Xi folgt einem Traum Maos

          Die amerikanische Regierung hat inzwischen mit der schärferen Investitionsregeln auf ausländische – chinesische – Bestrebungen reagiert, amerikanische Hochtechnologie-Unternehmen zu kaufen. Chinesische Wagniskapital, das eine große Rolle in der Start-up-Finanzierung in Amerika spielt, fließt spärlicher.

          Die wirtschaftliche und technologische Entkoppelung der beiden Volkswirtschaften bleibt trotzdem mit großen Schwierigkeiten verbunden: Für den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei beispielsweise lässt das amerikanische Wirtschaftsministerium Ausnahmen zu. Der Konzern klagt zudem gegen die Geschäftsbeschränkungen.

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