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Wettbewerbsfähigkeit : Deutschland fällt hinter China zurück

Deutschland wird in der Studie für seine marode Infrastruktur und seine niedrigen Ausgaben für Hochschulen kritisiert. Bild: dpa

Eine neue Studie kürt Amerika zum wettbewerbsfähigsten Land der Welt. Deutschland hingegen schneidet schlechter ab als im Vorjahr. Dafür nennen die Forscher auch Gründe.

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          Deutschland fällt in puncto internationaler Wettbewerbsfähigkeit langsam, aber stetig zurück. Nach einer Studie des IMD World Competitive Centers, das zu der privaten Wirtschaftshochschule IMD im schweizerischen Lausanne gehört, liegt Deutschland in der Rangliste der wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften aktuell nur noch auf Platz 15 von 63 untersuchten Ländern. Damit ist Deutschland gegenüber dem Vorjahr um zwei Plätze nach hinten gerutscht und erstmals schlechter als China (ohne Hongkong) positioniert, das sich von Rang 18 auf 13 verbesserte. An der Spitze stehen die Vereinigten Staaten, die im Vorjahr noch auf Platz 4 gelandet waren, gefolgt von Hongkong, Singapur, der Niederlande und der Schweiz. Frankreich liegt auf Platz 28.

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Für ihr Ranking greifen die IMD-Forscher auf 258 Indikatoren zurück, die sie in vier Hauptfelder untergliedern: Wirtschaftsentwicklung, Infrastruktur sowie Regierungs- und Geschäftseffizienz. Zusätzlich fließen auch die Ergebnisse einer Umfrage unter mehr als 6000 internationalen ranghohen Managern in die Bewertung ein. Das IMD wählt zum Teil andere Kriterien als das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Genf, das alljährlich den „Global Competitiveness Report“ herausgibt. In dessen jüngster Ausgabe vom September 2017 landeten Deutschland auf Platz fünf und die Schweiz auf Platz eins.

          Vor vier Jahren lag Deutschland auch im IMD-Ranking noch auf Platz sechs. Für den Rutsch nach unten führt der IMD-Ökonom José Caballero das sich abschwächende Wirtschaftswachstum, die Gefahr von Handelskriegen und die Steuerpolitik an. Im negativen Sinne höher zu gewichten seien aber die wachsenden Defizite in der Infrastruktur. Dazu zählt Caballero auch die für die Zukunft des Landes essentielle schulische und akademische Bildung. Bei den Ausgaben je Student liege Deutschland auf Platz 20, was gerade auch im Vergleich zu den Nachbarländern ein schlechter Wert sei. Zu den Schwachpunkten zähle zudem die mangelnde Offenheit der Gesellschaft gegenüber neuen Einflüssen und Ideen.

          Punkten könne Deutschland hingegen auf den Feldern Gesundheit und Umwelt sowie mit Blick auf das soziale Rahmenwerk. In der Umfrage hoben die Manager die hohe Qualifikation der deutschen Beschäftigten sowie die politische Stabilität als besonders positive Standortfaktoren hervor.

          Dass die Vereinigten Staaten in der Rangliste auf Platz eins gestiegen sind, hängt nach Einschätzung Caballeros unter anderem mit den Steuersenkungen für Unternehmen zusammen. Die befragten Manager preisen das unternehmensfreundliche Umfeld und den guten Zugang zu Finanzierungsquellen. Zugleich kritisieren sie die mangelnde Kompetenz der Regierung Trump. Laut Caballero beruht ein Teil der Fortschritte auf Daten, deren Ursprung in der Amtszeit von Barack Obama zu finden sei. „Je nach dem, wie Trumps Handelsstreit ausgeht, könnte Amerika den Spitzenplatz im IMD-Ranking im nächsten Jahr wieder verlieren.“

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