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Wettbewerb : EU ohne Einwände gegen Deutschen Werftenverbund

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Bild: F.A.Z.

Die Europäische Kommission hat nun doch die Bildung eines Werftenverbunds zwischen der ThyssenKrupp Werften GmbH und der Howaldtswerke-Deutsche Werft AG gebilligt.

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          Die EU-Kommission hat die Fusion der ThyssenKrupp-Werften mit dem Kieler Marine- und Handelsschiffbauer HDW genehmigt. Sie erwarte keine erheblichen Probleme für den Wettbewerb, teilte die EU-Wettbewerbsbehörde am Freitag in Brüssel zur Begründung mit.

          Unter dem Dach von ThyssenKrupp sollen zum 1. Januar 2005 die Thyssen-Werften Blohm + Voss und Nordseewerke sowie die Howaldswerke Deutsche-Werft AG (HDW) zusammengefaßt werden. Die Kommission erklärte, das neue Unternehmen werde zwar eine Führungsposition auf dem Markt für konventionell angetriebene U-Boote einnehmen. Es gebe aber mit der französischen Werft DCN und der italienischen Fincantieri weiterhin alternative Anbieter.

          Doch nicht „auf der Kippe“

          Anfang des Monats hatte es noch geheißen, die Genehmigung stehe auf der Kippe, weil die Kommission erhebliche wettbewerbsrechtliche Bedenken habe. Der für das Werftengeschäft zuständige ThyssenKrupp-Konzernvorstand Olaf Berlien hatte daraufhin erklärt, das Verfahren werde wegen zusätzlich zu klärender Fragen voraussichtlich zu einer kurzfristigen Verlängerung der Prüfung führen.

          Der nach rund zehn Jahren Verhandlungen mit unterschiedlichen Eigentümern der Werften zu Stande gekommene Werftenverbund soll den Grundstein zu einem größeren europäischen Zusammenschluss legen. Vor allem Frankreich zeigt großes Interesse, seine noch staatlichen Werften einzugliedern. Dabei geht es ganz wesentlich um einen Verbund der Marine-Aktivitäten. Der bei den deutschen Werften betriebene Handelsschiffbau spielt bei den Franzosen keine Rolle.

          Vorsicht vor französischen Ambitionen

          Von deutscher Seite wird den französischen Ambitionen mit Vorsicht begegnet. In politischen Kreisen befürchtet man, Deutschland könne in einem Verbund ins Hintertreffen geraten. Insofern kam die Mitteilung von ThyssenKrupp-Konzernchef Ekkehard Schulz Anfang des Monats nicht ganz überraschend, wonach der Konzern in einem möglichen europäischen Werftenverbund nun doch eine Führungsrolle nicht mehr ausschließt. Bislang hatte Schulz stets betont, bei diesem etwaigen zweiten Schritt nicht die Mehrheit anzustreben.

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