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Wettbewerb : EU knackt Vitaminkartell

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Zu teure Vitamine Bild: dpa

Wegen illegaler Preisabsprachen hat die EU-Kommission ein Rekordbußgeld gegen acht Konzerne verhängt. Auch betroffen: die BASF.

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          Wegen illegaler Absprachen auf dem Markt für Vitaminprodukte hat die EU-Kommission drakonische Strafen gegen acht Chemiekonzerne verhängt, darunter auch die BASF. Der Ludwigshafener Konzern muss 296,16 Millionen Euro zahlen.

          Noch härter traf es die schweizerische Hoffmann-La Roche, die als Anstifter mit einem Bußgeld von 462 Millionen Euro bestraft wurde. Als zweites deutsches Unternehmen musste die Darmstädter Merck KGaA eine Geldstrafe von 9,24 Millionen Euro hinnehmen. Insgesamt verhängte die EU-Kommission Bußgelder in Höhe von 855,22 Millionen Euro.

          "Schlimmstes Kartell"

          Wettbewerbskommissar Mario Monti sprach vom schlimmsten Kartell, gegen das die Kommission jemals ermittelt habe. Durch die geheimen Absprachen hätten die Firmen zum Schaden der Verbraucher höhere Preise verlangt, als dies bei echtem Wettbewerb möglich gewesen wäre. Besonders schwer wiege der Umstand, dass es sich bei den Vitaminen um Substanzen handele, die wesentliche Bestandteile der Ernährung sind, sagte Monti.

          BASF-Strafe höher als erwartet

          Die gegen die BASF verhängte Strafe übersteigt die Schätzungen des Unternehmens. „Wir haben für die Strafe mit Rückstellungen vorgesorgt. Aber diese unangemessen hohe Strafe übersteigt die Rückstellungen, die wir gebildet haben", sagte eine BASF-Sprecherin und kündigte an, dass möglicherweise Rechtsmittel gegen die Strafe eingelegt würden. Die Geldbuße entspricht knapp einem Viertel des im vergangenen Jahres erwirtschafteteten Nettogeinns des Konzerns.

          Roche zahlte bereits 1997 eine Buße über 14 Millionen Dollar im Zusammenhang mit einer Kartellbildung bei Zitronensäure. Roche betonte wiederholt, dass die gebildeten Rückstellungen in Höhe von 2,4 Milliarden Franken zur Deckung von Ansprüchen aus dem so genannten „Vitaminfall“ ausreichen sollten.

          In den USA bereits Bußgeld gezahlt

          Die Unternehmen hatten zwischen September 1989 und Februar 1999 in unterschiedlicher Zusammensetzung ihre Preise abgestimmt. In den USA sowie in anderen Ländern waren dieselben Konzerne wegen dieses Deliktes bereits zu hohen Geldstrafen verurteilt worden. Nach einem Vergleich mit den US-Behörden musste Roche eine Buße von 500 Millionen Dollar und BASF von 225 Millionen Dollar zahlen.

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