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Spitzenforscher kommen zurück : Plötzlich hat Deutschland „sehr, sehr gute Karten“

Spitzengehirne auf dem Weg nach Deutschland Bild: Illustration F.A.Z.

Von wegen Braindrain: Hiesige Universitäten ziehen Spitzenforscher aus der ganzen Welt an und könnten durch die Corona-Krise noch attraktiver werden. Mancher sieht eine „historische Chance“.

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          Hefe und Fruchtfliegen: Das sind die Modellorganismen, mit denen sich Patrick Rockenfeller derzeit sehr viel beschäftigt. Das klingt klein und unbedeutend. Doch mit ihrer Hilfe will er eine Frage erforschen, die groß und eine der grundlegenden Fragen der Menschheit ist: Warum altern wir? Und: Wie können wir länger leben und gesünder altern? Rockenfeller gilt als einer der Spitzenforscher in seinem Fachgebiet. Wer vermutet, dass der 39-Jährige seine Forschung an einer Eliteuniversität in Amerika oder Großbritannien betreibt, irrt jedoch. Rockenfeller hat es nach einigen Jahren im Ausland zurück nach Deutschland gezogen: an die Universität Witten/Herdecke.

          Britta Beeger

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Das Beispiel des Biochemikers – und nicht nur dieses – zeigt: Deutschland ist für talentierte Wissenschaftler viel attraktiver, als in der öffentlichen Debatte oft unterstellt wird, womöglich sogar mehr als je zuvor. Ein Trend, der sich durch den Brexit, die wissenschaftsfeindliche Haltung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump und die Corona-Krise noch verstärken könnte. „Deutschland hat eine historische Chance, tolle Leute zu rekrutieren“, sagt etwa Thomas Hofmann, Präsident der Technischen Universität München. Zwar verlassen immer noch jedes Jahr viele hochqualifizierte Forscher und Fachkräfte das Land, häufig diskutiert unter dem Stichwort „Braindrain“. Doch kehren zugleich anerkannte Wissenschaftler und Nachwuchshoffnungen zurück, die sich mit wichtigen Themen wie dem Klimawandel, neuen Ansätzen für Krebstherapien oder der Batteriezellforschung beschäftigen.

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