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Bulgarien und Kroatien : Wackelkandidaten für den Euro

Seit Wochenbeginn sind die Währungen Bulgariens und Kroatiens fest an den Euro geknüpft. Bild: Lando Hass

Seit Jahren bereiten sich Kroatien und Bulgarien darauf vor, EU-Vollmitglieder zu werden. Dafür haben sie sogar ihre Währungen an den Euro gebunden. Doch noch immer erfüllen die beide Länder die Kriterien nicht vollständig.

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          Als die Finanzminister der Eurozone und die Europäische Zentralbank (EZB) Ende vergangener Woche den Weg für den baldigen Beitritt Kroatiens und Bulgariens in den Währungsclub freimachten, gingen in Sofia Demonstranten auf die Straße. Grund dafür war nicht die Freude darüber, dass der Euro den bulgarischen Lew in gut zwei Jahren als Zahlungsmittel ablösen könnte, sondern der Ärger über den Machtkampf zwischen dem linken Präsidenten und der seit vielen Jahren regierenden konservativen Regierung. Hintergrund sind wechselseitige Korruptionsvorwürfe. Der Streit wirft ein grelles Licht auf den Euro-Kandidaten.

          Andreas Mihm
          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.
          Werner Mussler
          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          „Das gibt tatsächlich ein unschönes Bild“, sagt Mario Holzner von dem auf Osteuropa spezialisierten Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW). Das Thema Korruption müsse bis zu einem tatsächlichen Euro-Beitritt gelöst sein, fordert der Institutschef. Es ist nicht das einzige Thema, das die Beitrittskandidaten in den kommenden zweieinhalb Jahren klären müssen, wenn sie zum frühestmöglichen Zeitpunkt, dem 1. Januar 2023, Vollmitglied im Euroraum werden wollen.

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