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Staatssekretär Werner Gatzer : Der rote Kassenwart

Er hat schon viele Finanzminister kommen und gehen gesehen: Werner Gatzer in seinem Büro im Finanzministerium. Bild: Jens Gyarmaty

Seit 15 Jahren ist Werner Gatzer für den Bundeshaushalt verantwortlich. Die Corona-Pandemie erzwingt eine Abkehr vom Konzept der „Schwarzen Null“. Dass der Sozialdemokrat optimistisch bleibt, liegt an der Schuldenbremse.

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          Der Mann ist merkwürdig vergnügt in diesen Tagen. Werner Gatzer sitzt in seinem Büro, auf dem Schreibtisch die Blumen von seinem zurückliegenden 62. Geburtstag und das Maskottchen seines Fußballvereins, des 1. FC Köln. Mit rheinischem Humor spricht er über das Fingerhakeln, das er sich mit den übrigen Ressorts um die Staatsausgaben liefert, über die Stationen seiner langen Karriere, über Chefs und Kollegen. Alles wie immer, könnte man fast meinen, einen wie ihn kann nichts mehr erschüttern.

          Ralph Bollmann
          Korrespondent für Wirtschaftspolitik und stellvertretender Leiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Gatzer ist der mächtigste Staatssekretär in der Bundesregierung, weil er mit den Kollegen aus den anderen Ministerien jedes Jahr über den Bundeshaushalt verhandelt. Seit 15 Jahren ist der Beamte mit SPD-Parteibuch im Geschäft. Er hat im Finanzministerium erst vier Jahre unter seinem Parteifreund Peer Steinbrück gedient, dann acht Jahre unter dem Christdemokraten Wolfgang Schäuble, seit knapp drei Jahren arbeitet er wieder für einen Sozialdemokraten, den Vizekanzler und künftigen Spitzenkandidaten Olaf Scholz.

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