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Gesunkene Nachfrage : Werden Selbsttests im Handel zum Ladenhüter?

Der Verkauf von Tests führte zu einem hohen Andrang in den Discountern und Supermärkten. Bild: dpa

Der Verkauf von Selbsttests im Einzelhandel war lange ein Selbstläufer. Nun sinken die Nachfrage und der Preis für die Packungen.

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          Für Besitzer der Kundenkarte „DeutschlandCard“ hatte der Discounter Netto am vergangenen Freitag ein besonderes Angebot: Wer für mindestens 30 Euro beim Einzelhändler einkaufte, bekam einen Selbsttest gratis dazu. Auch andere Einzelhändler starteten schon Rabattaktionen für die Testkits, in den vergangenen Monaten sind die Preise in vielen Filialen gesunken. Denn die Nachfrage nach den Produkten ist deutlich zurückgegangen. Das berichtete zunächst die Lebensmittel-Zeitung.

          Stefanie Diemand
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Der Andrang auf die Selbsttests scheint demnach längst vorbei zu sein: Als Anfang März die ersten Produkte in die Regale der Händler kamen, waren diese wenige Stunden nach dem Verkaufsstart vergriffen. Einige fanden sich kurze Zeit später auf Kleinanzeigenportalen – mit deutlich höheren Preisen – wieder. Ein Angebot wie das von Netto wäre zu dieser Zeit kaum denkbar gewesen. Selbst in den Onlineshops von Drogeriemärkten wie DM waren die Produkte zeitweise vergriffen. Viele Unternehmen stockten aufgrund der hohen Nachfrage ihr Angebot auf.

          Die Preise sinken deutlich

          Laut Branchenzeitung sollen von März bis Anfang Mai rund 18 Millionen Testkits über die Ladentheke gegangen sein. Ein Rückgang der Nachfrage bestätigt auch Händler Aldi. Der Discounter war der erste Lebensmittelhändler, der die Selbsttests für Zuhause großflächig verkaufte. Die Nachfrage nach den Tests sei anfangs „enorm hoch“ gewesen, heißt es von der Pressestelle. „Mit Ausweitung der Testkapazitäten in den Testzentren und steigender Impfquote hat sich die Nachfrage erwartungsgemäß reduziert“, so der Discounter in der schriftlichen Antwort. Hinzu kommt auch, dass vielerorts die Testpflicht für den Besuch in der Gastronomie oder im Einzelhandel gilt. Dafür reicht ein Selbsttest jedoch häufig nicht aus.

          Damit die Produkte für die Händler nicht zum Ladenhüter werden, sind die Preise in den vergangenen Wochen weiter gesunken. Während ein Test beim Verkaufsstart noch rund 5 Euro kostete, gibt es heute schon Angebote, die deutlich darunter liegen. So wird zum Beispiel ein Testkit von der Marke „Hotgen“ mit 10 Stück auf dem Preisvergleichsportal idealo für insgesamt 24 Euro angeboten. Anfang März lag das Set noch bei beinahe 70 Euro. Der Test wird auch von Supermarkt Kaufland verkauft. Dort wurden die Preise in der vergangene Woche angepasst, heißt es vom Händler. Wie groß der Verlust durch die Preisreduzierung für die Lebensmittelhändler ist, wollen die Unternehmen nicht kommentieren.

          Ganz wegzudenken sind aber auch die Selbsttests nicht – zumindest für Aldi. Der Discounter erweiterte vor kurzem das Sortiment um zwei Produkte: um einen sogenannten Spucktest und einen sogenannten Lollitest. Letzterer soll vor allem für Kinder und Senioren geeignet sein.

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