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Werbung : Der absolute Minion-Wahnsinn

  • -Aktualisiert am

Es werden immer mehr: Allein in Deutschland sahen fünf Millionen Menschen die knuffigen „Minions“. Bild: AP

Die Minions grinsen auf Straßenbahnen, Keksen und Bananen. Mit einer gigantischen Marketingkampagne macht Universal einen Hype um die Figuren. Für manche ist das zu viel.

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          Die Minions sind Diener des Bösen. Allerdings keine besonders überzeugenden. „Ihr seid weder schurkisch noch talentiert“, urteilt die strenge Sachbearbeiterin auf dem internationalen Schurkenkongress. Besonders geschickt sind die putzigen, pillenförmigen Minions wirklich nicht. Auch ihr seltsames Gebrabbel mutet wenig angsteinflößend an. Und doch sind die frechen Figuren schon seit Jahrtausenden die Helfer der größten Oberschurken in der Geschichte der Menschheit.

          Dass deren tollpatschige Unterstützung für ihre Herren ein beträchtliches Risiko für Leib und Leben darstellt, erfährt der Kinozuschauer schon in den ersten Minuten des neuen Kinofilms „The Minions“. Unter anderem Napoleon und Graf Dracula mussten das am eigenen Leib erfahren. Im Film sind sie deshalb mal wieder auf der Suche nach dem aktuellen Herrn der Finsternis, dem sie sich unterwerfen wollen.

          Ihrer ursprünglichen Rolle als süße Nebendarsteller in den „Ich, einfach unverbesserlich“- Filmen sind sie längst entwachsen. Dass sie nun ihren eigenen Film bekommen haben, ist nur konsequent. Und der Erfolg gibt den Machern recht: Am Startwochenende spielte der Film 403,5 Millionen Dollar ein. Nur „Jurassic World“ war dieses Jahr mit 524,4 Millionen Dollar am Startwochenende noch erfolgreicher. Damit reiht sich der Film ein in eine Serie von Animationsfilmen, die verantwortlich dafür sind, dass Hollywood zum ersten Mal seit vier Jahren wieder einen Umsatzgewinn verzeichnen kann.

          Größte Marketingkampagne von Universal Pictures

          Der Charme der Minions: Sie sind nicht besonders schlau und längst nicht so böse, wie sie es gerne sein würden. Doch darauf wollte sich der Filmkonzern nicht verlassen: Universal Pictures hat dem Film die größte Marketingkampagne in der über hundertjährigen Geschichte der Firma spendiert. Beobachter sprechen bereits vom „Marketing-Overkill“. Mehr Unternehmen als je zuvor stehen dafür als Partner bereit. Wie die amerikanische Nachrichtenagentur „Bloomberg“ berichtet, bemisst sich die Marketingleistung der Partnerunternehmen allein auf 593 Millionen Dollar. Die Summe beschreibt keine tatsächlich geflossenen Geldströme, sondern den Gegenwert der Werbemaßnahmen. In vielen Fällen dürfte Universal nicht einen Cent gezahlt haben, schließlich profitieren auch die Partner von der Popularität der Minions.

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          Bestes Beispiel dafür ist der Online-Händler Amazon: Zum ersten Mal überhaupt hat dieser mit Universal einen Werbevertrag für seine Versandkartons abgeschlossen. Bis zum Kinostart am 10. Juli waren die Kartons in den Vereinigten Staaten knallgelb und mit den drei Hauptdarstellern des Films bedruckt. Damit sicherte sich das Unternehmen die maximale Aufmerksamkeit für den Start eines neuen Geschäftsmodells, das in Zukunft Amazons exorbitante Versandkosten teilweise refinanzieren soll. Gleichzeitig weisen die Kartons auf die Amazon-Produktseite hin, auf der alle möglichen Produkte im Minions-Design bestellt werden können.

          Über 700 Artikel umfasst die Merchandise-Palette, vom Schaumbad bis hin zum USB-Stick. Wer derzeit mit seinen Kindern zum Einkaufen geht, kann ihnen ohnehin kaum entkommen: Egal ob Bahlsen-Keks, Capri Sonne oder Tic Tac – alles wird im Minion-Design angeboten. Laut David O’Connor, bei Universal verantwortlich für globale Markenvermarktung, sind seit Beginn des Franchise im Jahr 2011 über 2,5 Milliarden Einzelhandelsprodukte unter der Minion-Lizenz verkauft worden.

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