https://www.faz.net/-gqe-4474

Werbung : Dem Werbemarkt fehlen die Antriebe

  • Aktualisiert am

Rainer Zimmermann hält Werbekrise für beendet Bild: dpa

Rainer Zimmermann, Chef des deutschen Marktführers in der Kommunikations- und Werbebranche, BBDO, hält die Werbekrise der vergangenen beiden Jahre für beendet.

          2 Min.

          Rainer Zimmermann, der Chief Executive Officer (CEO) des deutschen Marktführers in der Kommunikations- und Werbebranche, BBDO, hält die Werbekrise der vergangenen beiden Jahre für beendet. Ein spürbarer Aufschwung sei allerdings nicht in Sicht, hat er bei der Vorlage des Jahresberichtes 2002 gesagt.

          Die Branche sollte sich in den nächsten fünf Jahren eher auf eine von ihm als "Marktrealismus" bezeichnete Zeit flacher Wachstumsraten einstellen. Bei den Kunden seien derzeit Konsolidierung und Kostendisziplin die Hauptthemen. Deshalb würden auch Kommunikationsentscheidungen sehr pragmatisch mit der Folge getroffen, daß die entsprechenden Ausgaben wieder stärker auf ihren Wertbeitrag hin überprüft würden.

          Es fehlt ein „Treiberthema“

          In der gegenwärtigen Situation sei zudem zu beobachten, daß die Kunden stark auf Kontinuität achteten und wenig Bereitschaft zum Agenturwechsel zeigten. Nach Zimmermanns Ansicht fehlt der Branche derzeit ein geeignetes "Treiberthema", das für Wachstum sorgen könnte. Solche Themen seien vor wenigen Jahren die Deregulierung in der Telekommunikation, das Internet oder der Börsenboom gewesen.

          Die BBDO-Gruppe hat sich im schwierigen Umfeld das ehrgeizige Ziel gesetzt, zweistellig zu wachsen. Wie Zimmermann sagte, werde das Wachstum vor allem aus den neueren Geschäftsbereichen wie der Unternehmensberatung stammen. BBDO soll aber auch in der klassischen Werbung wieder deutlich vorankommen. Zur Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit werde die Gruppe kräftig in Innovation und Talente investieren. Nachholbedarf sieht er weiterhin auf dem Gebiet der Kreativität.

          Werbevolumen gegen den Trend gewachsen

          Große Hoffnungen setzt er daher auf die beiden von der Konkurrenz abgeworbenen neuen Holdinggeschäftsführer André Kemper (Springer & Jacobi) und Hubertus von Lobenstein (Saatchi & Saatchi), die in den nächsten Monaten zu BBDO stoßen werden. Ziel der Neubesetzung sei, den "kreativen Sturm" zu verbessern, so zog Zimmermann den Vergleich mit teuren Spielereinkäufen im Profifußball.

          Im vergangenen Jahr ist das von der Gruppe betreute Werbevolumen (Billings) in einem insgesamt rückläufigen Markt um 5,1 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro gewachsen. Das Honorarvolumen nahm entsprechend auf 316,2 Millionen Euro zu. Wie schon im Vorjahr wurden die Einbrüche im klassischen Werbemarkt durch die zur Gruppe gehörenden übrigen auf Beratung, Kundenbetreuung und E-Business spezialisierten Agenturen mehr als aufgefangen. Ein Ergebnis nennt die zur amerikanischen Omnicom-Werbeholding gehörende Gruppe nicht. Die Umsatzrendite sei mit etwas mehr als 10 Prozent stabil geblieben, 2003 wolle man wieder in die Richtung der Zielvorgabe von 15 Prozent, hieß es. (B.K.)

          Weitere Themen

          Ein fatales Signal

          Kommentar : Ein fatales Signal

          Der Autozulieferer Continental zeichnet ein düsteres Bild für die Branche. Die Krise dürfte schwerer werden und länger dauern, als viele Manager derzeit noch hoffen.

          Topmeldungen

          AKKs Schutzzonen-Vorstoß : Befreiungsschlag oder Sargnagel

          Kramp-Karrenbauers Vorstoß zur Errichtung einer Schutzzone in Syrien entspricht der Forderung, Deutschland solle mehr Verantwortung in der Weltpolitik übernehmen. Doch schon der Außenminister zieht das Verspotten vor.

          Trump und die Demokraten : Loben, um zu tadeln

          Die Demokraten seien zwar eine „lausige“ Partei, aber immerhin hielten sie zusammen, sagt der amerikanische Präsident. Mit seiner Bemerkung zielt Trump auf die eigenen Republikaner.
          Libra: Facebooks angekündigte Kryptowährung

          Libra : Das Scheitern der Facebook-Währung

          Facebook will die Digitalwährung Libra einführen. Immer mehr Unterstützer springen ab. Ist die Idee zu verrückt für diese Welt?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.