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Lebensmittel : Wer hat Angst vorm Dioxin?

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Und Sonntags auch mal zwei: Bio-Eier sind in manchen Läden ausverkauft, und der Preis für konventionelle fällt. Vor nicht einmal einem Jahr war es genau anders herum – da waren dioxinbelastete Bio-Eier eine Weile in den Schlagzeilen. Bild: ZB

Beim Thema Ernährung geht in der Öffentlichkeit vieles durcheinander. Giftfunde in Eiern treffen die Landwirtschaft. Politiker und Medien sind in Aufruhr. Die Gesundheitsgefährdung ist nichtig. Es geht ums System.

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          Als an einem Morgen im Januar ein Fernsehmagazin über die neuesten Vorkommnisse im Dixonskandal aufklärt, fragt die Moderatorin den Moderator, ob er jetzt nicht auch auf Bio umgestiegen sei. Dieser bekennt sich zum Kauf eines Bio-Huhns am Vortag. Dann tritt Thilo Bode von der Nichtregierungsorgansation Foodwatch auf und bezeichnet erhöhte Dioxinwerte in der Nahrung als eine „Verletzung des Rechtes auf körperliche Unversehrtheit“. Die Schlagzeilen sind schon seit vielen Tagen beherrscht von Schlagworten wie „Gift-Skandal“, „verseuchtes Fleisch“, und 46 Prozent der Deutschen geben laut Politbarometer an, sie sähen ihre Gesundheit durch das Dioxin gefährdet. Der Absatz von Bio-Eiern steigt deutlich, konventionelle Eier und Schweinefleisch bleiben in den Regalen liegen.

          Dabei ist Dioxin kein genuines Thema der konventionellen Landwirtschaft. Aber beim Thema Ernährung geht in der Öffentlichkeit vieles durcheinander. Der bis dahin letzte medienwirksame Dioxin-Skandal vor nicht einmal einem Jahr traf die Erzeuger von Bio-Eiern, die kontaminierten Futtermais bezogen hatten. Da war es umgekehrt: Bio-Eier blieben in den Regalen liegen, und die Nachfrage nach konventionell erzeugten zog an.

          Man könnte die Eier bedenkenlos über viele Monate essen

          Der Dioxinskandal bleibt auch auf der Grünen Woche in Berlin ein großes Thema, er bringt eine ganze Branche in Erklärungsnot (siehe Knollenziest und Dioxin). Auf dem Höhepunkt des aktuellen Skandals waren rund 4500 Bauernhöfe gesperrt, die belastetes Futtermittel bezogen hatten, jetzt dürfen die meisten wieder ausliefern, leiden aber an massiven Preiseinbrüchen. Betroffen waren vor allem familiengeführte Betriebe. Konzernartige Hähnchen- und Ei-Erzeuger wie PHW („Wiesenhof“) unterhalten nämlich eigene Futtermittelbetriebe.

          Bild: dpa

          Was war noch einmal passiert? Der nun insolvente Futterfetthersteller Harles und Jentzsch panschte mutmaßlich auch aus kontaminiertem Industriefetten ein Futtermittelfett und lieferte es an einige Dutzend Mischfutterhersteller, von denen aus es an die Landwirte gelangte. Nutztierfutter enthält rund ein bis drei Prozent pflanzliches Fett, denn Schweine und Hähnchen benötigen etwa die darin enthaltenen ungesättigten Fettsäuren. Bei Harles und Jentzsch stellte die Staatsanwalt, wie ihr Sprecher sagt, „einen kleinen Lastwagen“ mit Beweismaterial sicher. Das Beimischen kontaminierter Fette ist seit Jahren verboten.

          Und welche Konsequenzen hatte die kriminelle Panscherei für den Verbraucher? Wohl nicht so dramatische: Bis Freitagnachmittag registrierten die Behörden im Krisen-Kernland Niedersachsen bei einem Schwein einen leicht überhöhten Grenzwert. Kein Masthuhn war kontaminiert, acht von 89 untersuchten Eiern von verdächtigen Höfen wiesen einen erhöhten Dioxingehalt über dem Grenzwert auf, zumeist 1,1- bis vierfach darüber.

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