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Energiekrise : Sparen und speichern

Ein Erdgasspeicher beim Energieversorger EWE in Oldenburg. Bild: Domenic Driessen

Auch mit vollen Gasspeichern käme Deutschland nicht durch den Winter, wenn Putin die Lieferungen einstellen sollte.

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          Wie sich die Zeiten ändern: Früher interessierten sich am ehesten betroffene Berufsgruppen für die Pegelstände der großen Flüsse oder gar für die Füllstände der Gasspeicher. Dass die Russen den von ihnen kontrollierten größten deutschen Speicher in Rheden im vergangenen Jahr so gut wie gar nicht befüllten, hatte offenbar niemand als Warnzeichen registriert. In diesem Sommer haben sich die Pegelstände der Flüsse und die Füllstände der Gasspeicher dagegen als ein Gesprächsthema für Millionen Menschen etabliert. Die verbreitete Wahrnehmung lautet: Die Pegelstände der Flüsse gehen in die falsche Richtung – sie sinken weiter.

          Die Füllstände der Gasspeicher gehen dagegen in die richtige Richtung – denn trotz der niedrigeren Belieferung durch Russland steigen sie. Am vergangenen Mittwoch waren sie immerhin zu fast 75 Prozent gefüllt. Das klingt nicht schlecht, oder?

          Doch Vorsicht! Auch volle Gasspeicher könnten in Deutschland Versorgungssicherheit nicht garantieren. Dafür sind sie mit einem Fassungsvermögen von 243 Terawattstunden viel zu klein. Allein im Winter verbraucht Deutschland für das Heizen – da ist der Verbrauch in industriellen Prozessen noch nicht eingerechnet – in etwa das Doppelte der in vollen Speichern befindlichen Gasmenge. Nun bezieht Deutschland nicht nur Gas aus Russland. Aber die Botschaft ist klar: Wenn Russland die Lieferungen doch noch einstellen sollte, benötigte Deutschland Einsparungen des Verbrauchs um etwa 25 Prozent, um sicher durch den Winter zu kommen.

          Ist das zu schaffen? Nach Ansicht von Fachleuten geht das, sofern Einsparungen nicht als lästiges Ärgernis, sondern als dringende Notwendigkeit verstanden werden. Zahlreiche Unternehmen haben in den vergangenen Monaten in einer beeindruckenden Weise Wege gefunden, um in ihrer Produktion Gas zu ersetzen. Da geht in den kommenden Monaten sicher noch mehr, aber auch viele private Haushalte können einen Beitrag erbringen. Und die Regierung sollte mit Blick auf die Stromerzeugung endlich über ihren nuklearen Schatten springen. Sparen und speichern muss die Devise lauten.

          Gerald Braunberger
          Herausgeber.

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