https://www.faz.net/-gqe-afskl

Riskante Hypotheken : Wenn Boni falsche Anreize setzen

  • -Aktualisiert am

Oft sorgen Bonussysteme dafür, dass sich Banker auf Aufgaben konzentrieren, die kurzfristig ihren Bonus maximieren. Bild: AP

Boni für Banker stehen immer wieder in der Kritik. Die Daten einer großen Bank zeigen, wie Kreditsachbearbeiter ihr Verhalten an die Anreizsysteme anpassen – mit gefährlichen Folgen. Ein Gastbeitrag.

          3 Min.

          In der Finanzkrise sind Boni für Bankmanager in die Kritik geraten: Banken in Amerika hatten Mitarbeitern hohe Boni gezahlt, die vor allem an das neu vermittelte Hypothekenvolumen gekoppelt waren. Diese Kopplung wurde für die Krise mitverantwortlich gemacht. Denn viele hochriskante Hypotheken auszugeben, ohne die damit verbundenen Risiken ausreichend zu berücksichtigen, zahlte sich für Mitarbeiter aus.

          Als Reaktion auf die ungewollten Wirkungen wurden die Anreizsysteme nach der Krise reformiert. Vielfach wurden sie um das eingegangene Risiko ergänzt, und in der EU begrenzte der Gesetzgeber die Boni für Bankmanager: Sie dürfen im Regelfall 100 Prozent des Grundgehalts nicht übersteigen. Neue Forschungen des von der G20 gegründeten Finanzstabilitätsrats (Financial Stability Board) und des IWH zeigen jedoch, dass sich die Risikoneigung der Banken trotz einer Fülle von strengeren Regeln kaum verändert hat. Selbst optimierte Bonussysteme können noch immer zu signifikanten Fehlanreizen führen. Auch die Komplexität der Anreizsysteme wurde kaum reduziert.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Norbert Walter-Borjans am Montag in Berlin

          Wer bildet die Regierung? : Die SPD lockt die Liberalen mit Drohungen

          Die Führung der SPD sucht mit merkwürdigen Methoden nach einem Partner. Gegenüber der FDP und ihrem Vorsitzenden wird sie geradezu beleidigend. Deren Vorstellungen seien „Voodoo-Ökonomie“, sagt Norbert Walter-Borjans.