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Niedriger Umsatzwachstum : Facebook und das Ende der Offenheit

Das veränderte Nutzverhalten im Umgang mit den eigenen Daten zwingt Facebook-Chef Mark Zuckerberg zum Umdenken. Bild: dpa

Einst sagte Mark Zuckerberg das Ende der Privatsphäre voraus. Nun geizen seine Nutzer mit ihren Daten. Das hat erhebliche Auswirkungen auf das Werbegeschäft von Facebook.

          3 Min.

          Im Jahr 2010 gab Mark Zuckerberg ein Interview, das hohe Wellen schlug. Der Mitgründer und Vorstandsvorsitzende des sozialen Netzwerks Facebook wurde gefragt, wie sich die Einstellung in der Gesellschaft zur Privatsphäre wandelt. Er sagte, nach seiner Beobachtung fühlten sich Menschen immer wohler damit, mehr Informationen im Internet preiszugeben und dies auch für einen größeren Personenkreis zu tun. Er sprach von einer „sozialen Norm“, die sich im Laufe der Zeit herausgebildet habe.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          In der Öffentlichkeit wurde die Aussage vielfach so interpretiert, als habe Zuckerberg Privatsphäre für tot erklärt. Und der von ihm selbst geprägte Begriff dieser vermeintlichen neuen sozialen Norm hat ihn seither verfolgt. Umso mehr weil Facebook oft vorgeworfen wurde, nicht einfach nur auf eine gesellschaftliche Entwicklung zu reagieren, sondern die Aushebelung von Privatsphäre gezielt voranzutreiben, um mehr Geld mit Werbung zu verdienen. Und immer neue Affären werfen die Frage auf, wie sicher Nutzerdaten auf Facebook sind. In diesem Jahr musste der Konzern zugeben, dass das britische Unternehmen Cambridge Analytica auf regelwidrige Weise an Daten von 87 Millionen Facebook-Mitgliedern herangekommen ist. Erst kürzlich wurde bekannt, dass das soziale Netzwerk Opfer eines Hacking-Angriffs geworden ist, bei dem Informationen von 30 Millionen Nutzern in unbefugte Hände gelangten.

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