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Ifo-Institut meldet : Weniger Beschäftigte im Homeoffice trotz verschärfter Pflicht

  • Aktualisiert am

Eine Frau sitzt mit einem Laptop an einem Tisch im Homeoffice. Bild: dpa

Aller Appelle und der Homeoffice-Pflicht zum Trotz: Der Anteil der Beschäftigten, der zumindest teilweise Zuhause arbeitet, ist einer Umfrage zufolge im April gesunken.

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          In Deutschland haben im April, und damit mitten in der dritten Corona-Welle, wieder weniger Beschäftigte von Zuhause aus gearbeitet. Der Anteil der Beschäftigten, die zumindest teilweise im Homeoffice arbeiten, sei von 31,7 Prozent im März auf 30,8 Prozent gefallen, teilte das Münchner Ifo-Institut am Montag auf Grundlage seiner regelmäßigen Umfragen mit, für die jeden Monat rund 9000 Unternehmen befragt werden. Der Anteil liegt damit zugleich noch etwas höher als im Februar (30,3 Prozent) „Die verschärfte Pflicht zum Heimbüro in Corona-Zeiten scheint zu verpuffen“, sagte Ifo-Experte Jean-Victor Alipour.

          Diese verschärfte Pflicht gilt allerdings erst seit dem 26. April. Arbeitnehmer sind seitdem rechtlich verpflichtet, von Zuhause aus zu arbeiten, wenn ihr Arbeitgeber ihnen das anbietet – Ausnahmen sind möglich. Die Arbeitgeber wiederum müssen ihre Mitarbeiter nach Hause schicken, wo „keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen“. Diese Regelung gilt schon seit Ende Januar. Darüber hinaus hatte es immer wieder Aufrufe an die Bevölkerung gegeben, wo möglich von Zuhause aus zu arbeiten – insbesondere von der Bundesregierung, von Virologen und dem Robert Koch-Institut.

          Der vom Ifo-Institut nun erhobene Rückgang zog sich quer durch viele Branchen: In der Industrie fiel der Anteil der Beschäftigten, die zumindest teilweise im Homeoffice arbeiten, von 23,4 auf 22,4 Prozent, bei den Dienstleistern von 42,6 auf 41,1 Prozent und im Handel von 19 auf 18,9 Prozent. Nur in der Baubranche gab es demnach einen Anstieg von 8,3 auf 11,3 Prozent. Das Ifo-Institut schätzt, dass über alle Branchen hinweg 56 Prozent der Beschäftigten Arbeit im Heimbüro zumindest teilweise umsetzen könnten.

          Dabei gibt es je nach Wirtschaftszweig allerdings große Unterschiede. Besonders stark genutzt wird das Homeoffice von Erbringern von Dienstleistungen der Informationstechnik (mit knapp 79,8 Prozent); ihr Potenzial liegt bei 87,4 Prozent. Innerhalb der Industrie wird das Homeoffice am meisten in der Pharmabranche genutzt (39,4 Prozent, Potential 62,6 Prozent), besonders wenig hingegen in der Metallerzeugung und -bearbeitung, der Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln sowie der Herstellung von Holz-, Flecht- und Korbwaren.

          Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte die Homeoffice-Quote kürzlich bei einem Pressestatement als „sehr, sehr hoch“ bezeichnet. Seitdem es das verpflichtende Angebot für die Arbeitgeber gebe und die Arbeitnehmer dieses auch annehmen müssten, gebe es einen massiven Anstieg – aktuelle Zahlen aus einem Monitoring werde er in Kürze nennen. Es sei aber auch noch „Luft nach oben“, sagte Heil.

          Wie die Mobilitätsdaten von Apple zeigen, ist seit Inkrafttreten der „Bundesnotbremse“ am 24. April, die Ausgangssperren und Kontaktbeschränkungen in Kreisen mit hoher Inzidenz vorsieht, die Mobilität in Deutschland nicht gesunken (siehe Grafik). Apple generiert diese Daten, indem in Apple-Karten die Anzahl der Anfragen nach Wegbeschreibungen in ausgewählten Ländern und Regionen, Teilregionen und Städten gezählt wird.

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