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Arbeitsverträge : Weniger Befristungen an Unis

  • -Aktualisiert am

Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) Bild: dpa

Viele Nachwuchsforscher müssen sich an der Universität von einem Kurzfristvertrag zum nächsten hangeln. Bildungsministerin Wanka will das mit längeren Arbeitsverträgen ändern.

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          jja. BERLIN, 2. September. Arbeitsverträge mit Nachwuchswissenschaftlern an Hochschulen dürfen künftig nicht mehr so streng und so häufig befristet werden wie bisher. Eine entsprechende Änderung des „Wissenschaftszeitvertragsgesetzes“ hat das Bundeskabinett am Mittwoch auf den Weg gebracht. Dessen Regelungen erleichtern Universitäten und Fachhochschulen die Befristung von Arbeitsverträgen stärker als das allgemeine Arbeitsrecht, um im sogenannten Mittelbau einen regelmäßigen Wechsel des Personal zu erleichtern und neue Ideen zu fördern. „Doch es gibt keinen sachlichen Grund dafür, dass mehr als die Hälfte der jungen Wissenschaftler bei ihrem ersten Vertrag kürzer als ein Jahr angestellt werden“, sagte Johanna Wanka (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung.

          Künftig darf ein Arbeitsvertrag für wissenschaftliche oder künstlerische Mitarbeiter nicht kürzer laufen, als es für die eigene Qualifizierung – etwa den Abschluss einer Promotion – oder wegen des Auslaufens von Drittmitteln für ein Forschungsprojekt erforderlich ist. Die bereits im Koalitionsvertrag von Union und SPD vereinbarte Regelung soll zugleich verhindern, dass Professoren ihre Lehraufgaben nicht übermäßig an Assistenten delegieren. Die zulässige Befristungsdauer verlängert sich außerdem bei der Betreuung von Stief- und Pflegekindern unter 18Jahren um zwei Jahre pro Kind; bislang galt dies nur bei eigenen Kindern. Um zwei Jahre verlängert sich die Höchstfrist ferner bei Nachwuchsforschern und -dozenten mit einer Behinderung oder chronischen Erkrankung. Studentische Hilfskräfte dürfen insgesamt vier Jahre lang beschäftigt werden. Über eine Initiative zur Förderung dauerhafter Karriereperspektiven in der Wissenschaft verhandelt Ressortchefin Wanka derzeit mit den Ländern. Gefördert werden sollen auch Tenure-Track-Professuren (Bewährungsstellen vor einer festen Professur).

          Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sprach sich dafür aus, den Gesetzentwurf zu überarbeiten. Der stellvertretende GEW-Vorsitzende Andreas Keller sagte, dieser lasse weiterhin „zu viele Schlupflöcher für eine Fortsetzung des Hire-and-Fire-Prinzips an Hochschulen und Forschungseinrichtungen“. Nach GEW-Zahlen haben derzeit bis zu 90Prozent der Forscher und Dozenten kurzfristige Verträge. Oft wird ein Halbjahresvertrag an den anderen gereiht. Auch der Wissenschaftsrat, der Bund und Länder berät, forderte die Universitäten vor einem Jahr dazu auf, die Befristungsmöglichkeiten „verantwortungsvoll zu nutzen“.

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