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Wirtschaftselite in Davos : Die Selbstgerechten

Gute Aussichten – für diesen Sicherheitsmitarbeiter auf einem Davoser Hotel und für die Weltwirtschaft sowieso. Bild: AFP

Die Wirtschaftselite in Davos hat zu lange nur auf Gewinne gesetzt. Dass die Globalisierung auch Verlierer hervorbringt, wurde ignoriert – bis jetzt.

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          Nachrichten und Gerüchte produziert das Davoser Weltwirtschaftsforum im Übermaß. Ein heißes Gerücht in diesem Jahr: Niemand anderes als Emmanuel Macron habe Donald Trump in einem Telefongespräch überredet, als erster Präsident der Vereinigten Staaten seit Bill Clinton nach Davos zu reisen, um dort über sein Konzept des „America First“ zu sprechen. Im Präsidentschaftswahlkampf hatte sich Trump noch abfällig über das Weltwirtschaftsforum geäußert und es verbal gegen den braven und benachteiligten amerikanischen Arbeiter ausgespielt, um dessen Stimmen er buhlte.

          So entsteht ein ob seiner vielen Widersprüche ungewöhnliches Bild: Der New Yorker Milliardär Trump, der zeitlebens vom Geldadel seiner Stadt wegen seines Auftretens verachtet worden war, reist als Herr des Weißen Hauses nach Davos, um den New Yorker und internationalen Geldadel im Interesse des amerikanischen Arbeiters zu umwerben – animiert von einem jungen Président de la République, der in dem Schweizer Skiort von der globalen Elite als Hoffnungsträger des gesellschaftlichen Ausgleichs gefeiert wird. Und das, nachdem sich dieser in einem Anflug monarchischer Süffisanz sein Manuskript von einem in Gala-Uniform ausstaffierten Militär an das Rednerpult tragen ließ. Es gibt Momente, in denen die Karikatur des Weltwirtschaftsforums als einer weltfremden Veranstaltung der Wahrheit schon recht nahe kommt.

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