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Davos 2019 : Soros: Chinas Staatschef ist der gefährlichste Gegner der Demokratie

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George Soros (88) hat auch in diesem Jahr in Davos eine Rede gehalten. Bild: AFP

Der berühmte Investor George Soros warnt vor der Künstlichen Intelligenz im Reich der Mitte. Und richtet einen Appell an Donald Trump.

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          Der berühmte Hedgefondsmanager und Philanthrop George Soros hat vor den Auswirkungen fortgeschrittener Technologien in den Händen autoritärer Staaten gewarnt. Offene Gesellschaften seien einer „tödlichen Gefahr“ ausgesetzt, wenn maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz als Kontrollinstrumente genutzt würden, sagte der ungarisch-stämmige 88-jährige am Rande der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos.

          Vor allem mit dem chinesischen Vorhaben eines sozialen Kreditpunktesystems ging der Milliardär hart ins Gericht. Menschen würden darin von Algorithmen danach bewertet, ob sie eine Gefahr für den Staat seien. „Das wird das Schicksal des Einzelnen in einem historisch nicht gekannten Ausmaß den Interessen des Ein-Parteien-Staates unterwerfen“, sagte Soros.

          China sei nicht das einzige autoritäre Regime in der Welt. Aber es sei das wohlhabendste und technologisch am weitesten fortgeschrittene. Das mache Chinas Staatspräsident Xi Jinping zum gefährlichsten Gegner offener Gesellschaften.

          Zudem nahm Soros Peking für sein Machtstreben beim Projekt „Neue Seidenstraße“ ins Visier. China versucht, sich dadurch mit Infrastrukturinvestitionen in Nachbarstaaten und Schwellenländern wirtschaftlichen und politischen Einfluss zu sichern.

          Dagegen müssten die westlichen Länder und zumal die Vereinigten Staaten etwas unternehmen. „Anstatt einen Handelskrieg mit praktisch der ganzen Welt anzuzetteln, sollte Präsident Trump sich auf China konzentrieren“, befand Soros.

          Die chinesischen Tech-Konzerne ZTE und Huawei lasse Trump jedoch zu einfach davonkommen. Wenn diese Firmen den Markt für den künftigen schnellen Mobilfunkstandard 5G dominieren sollten, würden sie nach Ansicht Soros' ein unakzeptables Sicherheitsrisiko für den Rest der Welt darstellen.

          Der Auftritt des Investors in Davos hat Tradition. Er hält in den Schweizer Berger jedes Jahr eine politisch-gesellschaftlich motivierte Rede. Im vergangenen Jahr kritisierte er Facebook und Google.

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