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Privatjets in Davos : Nachhaltiges Flugbenzin für die Wirtschaftselite

Schaulustige verfolgen die Ankunft von Donald Trump in der Air Force One am Flughafen Zürich. Bild: dpa

Zum Weltwirtschaftsforum in Davos fliegen Hunderte Privatflugzeuge. Das kommt nicht mehr gut an. Der Flughafen Zürich versucht sich deshalb an einem neuen Treibstoff. Auch der ist bisher nur für Reiche.

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          Ohne Hunderte Privatflugzeuge wüssten viele Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums in Davos nicht, wie sie in die Schweizer Berge kommen sollten. Das kommt jedes Jahr schlechter an, und war auch schon ein Thema, bevor Greta Thunberg die Weltbühne betreten hat. Jetzt aber soll ein Teil der Flugzeuge Treibstoff tanken können, der die Kohlenstoffemissionen senken soll.

          Denn am Tag der offiziellen Eröffnung des Forums wurde am Flughafen Zürich zum ersten Mal eine Geschäftsmaschine mit einer Mischung aus nachhaltigem und herkömmlichem Flugzeugtreibstoff betankt. Wie der entsprechenden Mitteilung der beteiligten Partner, dem Unternehmen Jet Aviation, dem Zürcher Flughafen und dem finnischen Hersteller von erneuerbarem Flugzeugtreibstoff Neste, zu entnehmen ist, steht abfliegenden Geschäftsmaschinen am Flughafen Zürich nun „Sustainable Aviation Fuel“ (SAF) zur Betankung zur Verfügung.

          Dabei handelt es sich um ein Gemisch aus konventionellem Kerosin und nachhaltigem Flugzeugtreibstoff. Wie es heißt, werden die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu fossilem Kerosin um bis zu 80 Prozent reduziert. Das zugrundeliegende Prinzip sei einfach: Da der verwendete, erneuerbare Rohstoff schon CO2 gebunden hat, ist der damit produzierte den Angaben zufolge Flugzeugtreibstoff nahezu CO2-neutral. Allerdings ist das Angebot alles andere als einfach bereitzustellen. SAF muss aus dem Ausland in die Schweiz importiert werden: „Von der Logistik, über den Import bis hin zur Verteilung vor Ort sind beträchtliche Hindernisse zu überwinden, bevor eine Maschine an einem Schweizer Flughafen SAF tanken kann“, gesteht Emanuel Fleuti, Leiter Umweltschutz bei der Flughafen Zürich AG, ein.

          Privatflugzeuge von Davos-Teilnehmern parken auf dem Flughafen Zürich Kloten: ein Archivbild aus den Vorjahren
          Privatflugzeuge von Davos-Teilnehmern parken auf dem Flughafen Zürich Kloten: ein Archivbild aus den Vorjahren : Bild: dpa

          SAF – so auch das in Zürich eingesetzte Gemisch – ist zertifiziert und mit Blick auf seine technischen Eigenschaften herkömmlichem Kerosin gleichwertig. Der flächendeckende Einsatz von SAF wird aber auch dadurch erschwert, dass SAF immer noch rund drei bis vier Mal teurer sind als herkömmliche Flugzeugtreibstoffe. Für die gut situierten Teilnehmer des Forums in Davos ist das vermutlich kein Problem, tatsächlich schreien aber auch die Partner in Zürich, dass weitere Investitionen und Forschung sind nötig seien, damit nachhaltige Flugzeugtreibstoffe günstiger werden und in der Luftfahrt als marktfähige Alternative infrage kommen.

          Sicher ist: Der Kohlenstoffausstoß des internationalen Luftverkehrs hat sich seit dem Jahr 1990 mehr als verdoppelt, und die Vereinten Nationen haben hochgerechnet, dass diese Branche die Stromerzeugung innerhalb von drei Jahrzehnten als größter CO2-Produzent überholen wird.

          Das Weltwirtschaftsforum wiederum bemüht sich in diesem Jahr, eine grüne Agenda voranzutreiben und die Konferenz nachhaltiger zu gestalten. Von der Verwendung von Einwegplastik wird abgeraten, während die Organisatoren Protein-Alternativen zu Fleisch und den Transport mit Bahn und Bus fördern. Rund 1000 Privatjet-Flüge flogen während des Treffens 2019 von und zu den nahe gelegenen Flughäfen Zürich und St. Gallen-Altenrhein.

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