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Mobilfunkstandard : Nokia-Chef kritisiert 5G-Auktionen

Der Vorstandsvorsitzende des finnischen Netzwerkausrüsters Nokia, Rajeev Suri, auf einer Veranstaltung des Weltwirtschaftsforums in Davos. Bild: AP

Der Vorstandsvorsitzende des finnischen Mobilfunkausrüsters rechnet damit, dass die Umstellung von 4G auf 5G vier Mal so schnell gehen werde wie in der Generation zuvor – und appelliert an Politiker, die Einführung nicht zu erschweren.

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          Der finnische Netzwerkausrüster Nokia rechnet nicht damit, dass der Streit um den chinesischen Wettbewerber Huawei dazu führt, dass sich verschiedene Standards auf der Welt etablieren. Die Vereinigten Staaten haben die Chinesen vom Aufbau neuer 5G-Mobilfunknetzwerke ausgeschlossen und üben auf andere Länder Druck aus, diesen Schritt ebenfalls zu gehen. „Ich glaube nicht, dass es zu unterschiedlichen Standards kommt“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Nokia Rajeev Suri während einer Podiumsdiskussion des Softwarekonzerns Microsoft während des Weltwirtschaftsforums in Davos. Er rechne vielmehr damit, dass sich der neue Mobilfunkstandard 5G schnell einheitlich durchsetze. „Die Umstellung von 4G auf 5G wird vier Mal so schnell gehen wie in der Generation zuvor“, sagt Suri voraus.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Suri appelliert an die Politiker, die Einführung der 5G-Netze nicht zu erschweren. „Sie wollen das schnellste Netz haben, also dürfen sie die Frequenzen auch nicht in Auktionen zum höchstmöglichen Preis vergeben.“ Denn was dort ausgegeben werde, fehle anderswo für die Netzinvestitionen. In Deutschland waren die 5G-Frequenzen im vergangenen Jahr für rund 6,6 Milliarden Euro versteigert worden. Zum Zuge kamen die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und Drillisch. Daneben gibt es auch eigene Frequenzen zur lokalen industriellen Nutzung der 5G-Technik in Unternehmen. Der neue Standard bringe gerade den industriellen Nutzern enorme Vorteile, betonte Suri. Die Kapazität sei rund 1000 Mal größer als im Vorgängernetz, die Kosten je Bitoperation dagegen deutlich niedriger ebenso wie die Latenzzeit.

          Laut Suri hat Nokia 63 Aufträge für den Bau von 5G-Infrastruktur. 18 Netzwerke seien schon errichtet, etwa in den Vereinigten Staaten. Als nächstes komme Japan an die Reihe, danach einige europäische Länder, darunter Deutschland. Eines der ersten ausgerüsteten Länder war Südkorea. Im April ging die Technik in den Betrieb, bis zum Jahresende habe es schon 5 Millionen Nutzer gegeben. Die Anwender bewegten dabei drei bis fünf mal mehr Daten als im alten Standard, sagte Suri.

          Die Stabilität der Datenübertragung sei dabei viel höher und man könne mehrere Sachen gleichzeitig machen. Suri wies darauf hin, dass das 4G-Netz die Entstehung von Unternehmen wie Uber und Airbnb ermöglicht habe. „Wir können uns noch gar nicht vorstellen, welche neuen Unternehmen mit 5G entstehen können.“ Die ersten Anwendungen für den Verbraucher würden in der Unterhaltung, im Sport und der Musikbranche stattfinden. Doch auch in vielen anderen Bereichen werde 5G seine Möglichkeiten entfalten. „Ich verspreche Ihnen, es wird viel passieren.“

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