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Theresa May in Davos : „Wollen Weltmarktführer der Künstlichen Intelligenz werden“

Theresa May in Davos Bild: AP

Die britische Premierministerin skizziert auf dem Weltwirtschaftsforum die digitale Zukunft ihres Landes – und warnt vor zu viel Pessimismus. Über den Brexit hingegen schweigt sie sich aus.

          2 Min.

          Die britische Premierministerin Theresa May hat sich dagegen ausgesprochen, die Perspektiven der Welt zu schwarz zu malen. „Wir haben Grund zum Optimismus“, sagte sie auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. „Das Wirtschaftswachstum in der Welt ist ansehnlich und im vergangenen Jahren haben politische Parteien der extremen Rechten wie der extremen Linken bei manchen Wahlen schlechter abgeschnitten als befürchtet.“

          May setzte auch einen eigenen Akzent in der Frage des internationalen Handels. „Großbritannien wird nach dem Austritt aus der Europäischen Union ein Befürworter des Freihandels bleiben“, versicherte die Premierministerin. „In diesem Geiste werden wir bilaterale Abkommen schließen.“ Nach Ansicht Mays sind auch in unserer Zeit Fortschritte im internationalen Handel zu verzeichnen, aber häufig passe die Freihandelsrhetorik von Politikern in Davos nicht zu ihrem Handeln in der Praxis. Sie beklagte, dass im Rahmen der Welthandelsorganisation die Verhandlungen über die Liberalisierung der Dienstleistungen seit langer Zeit nicht voran kämen, obgleich die Dienstleistungen heute fast zwei Drittel des Welthandels ausmachten.

          Für Gründer attraktiver werden

          Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Rede war die Darstellung Großbritanniens als eines Landes, das moderne Technologien annimmt und als ein attraktives Zielland für Investitionen gelten will. „Die Technologie ist eine Quelle des Fortschritts“, sagte May. „Regierungen und Unternehmen müssen zusammenarbeiten, um eine industrielle Strategie zu entwickeln, die neue Arbeitsplätze schafft. Damit wird Großbritannien zu einem der attraktivsten Länder in der Welt für Unternehmensgründer.“

          Besondere Anstrengungen seien notwendig, um neue Berufsbilder für Menschen zu schaffen, deren Arbeitsplatz dem technologischen Wandel unwiderruflich zum Opfer fällt. „Dies können wir nicht alleine dem Markt überlassen“, betonte die Premierministerin, die sich für eine Zusammenarbeit von Staat und Unternehmen aussprach. Als Beispiel für eine solche Partnerschaft erwähnte sie Anlagen zur Erzeugung von Windenergie in der Nordsee, bei denen Siemens der industrielle Partner ist.

          Weltmarktführer der Künstlichen Intelligenz werden

          In einem zehnjährigen Programm sollen in einer gemeinsamen Anstrengung von Staat und Wirtschaft 80 Milliarden Pfund für Forschung und Entwicklung aufgebracht werden. Großbritannien wolle ein Weltmarktführer auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz werden, kündigte May an. Seit drei Jahren werde im Schnitt jede Woche ein Unternehmen gegründet, das sich mit Künstlicher Intelligenz befasse.

          Auch die Gesetzgebung müsse auf den Wandel reagieren, wie ihn beispielsweise Uber verkörpert. „Die Antwort kann nicht darin bestehen, Unternehmen wie Uber zu verbieten“, sagte May. „Aber es müssen Regeln geschaffen werden, die dafür sorgen, dass die Menschen dort sicher transportiert werden.“ Die Premierministerin mahnte zudem eine internationale Zusammenarbeit an, um Standards für die digitale Welt zu entwickeln. Auch dies sei nicht nur eine Aufgabe für die Regierungen, sondern auch für die Unternehmen. Die Internetkonzerne müssten größere Anstrengungen unternehmen, damit auf von ihnen bereitgestellten Seiten keine verbrecherischen Inhalte mehr erscheinen könnten.

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