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Lebensstandard : Was Norwegen Deutschland voraus hat

In Norwegen lebt sichs gut: Hier die „Bryggen“ an der Ostseite der Bucht Vagen in Bergen Bild: dpa

Das Weltwirtschaftsforum hat eine neue Kennzahl zur Messung des Lebensstandards entwickelt. Den Spitzenplatz nimmt Norwegen ein. Deutschland kommt nur auf Platz 13 – aus zwei Gründen.

          Die Norweger haben den höchsten Lebensstandard auf der Welt. Dahinter liegen Luxemburg, die Schweiz und Island. Deutschland belegt den 13. Platz, direkt vor Kanada, Frankreich, Großbritannien und Amerika. Diese Zahlen gehen aus dem „Wachstums- und Entwicklungsbericht“ hervor, den das Weltwirtschaftsforum (WEF) diesen Montag in Davos vorstellen wird. Die Organisation hat darin eine neue Kennzahl entwickelt, um den Wohlstand von Nationen zu messen. Das Bruttosozialprodukt als gebräuchliches Maß für den Lebensstandard wird dabei um Aspekte wie Bildung, Gesundheit, Umwelt und Staatsverschuldung ergänzt.

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Als Pluspunkt für Deutschland wird in der Untersuchung die geringe Arbeitslosigkeit genannt, negativ fällt die Ungleichheit bei Löhnen wie Vermögen ins Gewicht, auch bei der Lebenserwartung liegen die Deutschen nicht in der Spitzengruppe. Generell leiden die Industrieländer unter einem schwachen Wachstum der Volkswirtschaften und einem daraus resultierenden schwindenden Wohlstand, mahnt das Weltwirtschaftsforum: Das mittlere Pro-Kopf-Einkommen ist in den Jahren von 2008 bis 2013 um 2,4 Prozent gesunken, dies entspricht einem durchschnittlichen Wohlstandsverlust von 284 Dollar je Bürger.

          Deutlich besser geschlagen haben sich – von Ausnahmen abgesehen – die Schwellen- und Entwicklungsländer, hier stiegen die Pro-Kopf-Einkommen in dem Untersuchungszeitraum im Schnitt um mehr als zehn Prozent. Das Weltwirtschaftsforum fordert deshalb von den Regierungen in den Industrieländern strukturelle Reformen, „um das Wachstum zu erhöhen und gleichzeitig die Ungleichheit zu reduzieren“, wie es in dem Bericht heißt. Zum 47. Weltwirtschaftsforum, das am Montag in Davos beginnt, werden mehr als 3000 Teilnehmer erwartet, darunter rund 1200 Konzernchefs und etwa 40 Staats- und Regierungschefs.

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