https://www.faz.net/-gqe-8r5vh

George Soros : Investor nennt Trump einen „Möchtegern-Diktator“

  • Aktualisiert am

George Soros hat wohl durch Trumps Wahl viel Geld verloren. Bild: dpa

Der milliardenschwere Investor Soros kritisiert Trump beim Weltwirtschaftsforum als „Blender“ und „Hochstapler“. Für die Märkte gebe es bald ein böses Erwachen.

          Der milliardenschwere amerikanische Starinvestor George Soros hat keine 24 Stunden vor der Amtseinführung von Donald Trump eine Breitseite gegen den neu gewählten Präsidenten gefahren. Trump sei ein „Blender und Hochstapler und Möchtegern-Dikator“, sagte Soros bei einem Dinner am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. „Er würde gerne Dikator sein, wenn er damit durchkäme.“ Die Verfassung und die demokratischen Institutionen in den Vereinigten Staaten würden ihn letztlich aber stoppen. „Ich persönlich glaube, dass er scheitern wird.“

          Trump stehe für das Gegenteil einer offenen Gesellschaft, er werde die Gesellschaft weiter spalten, fuhr Soros im Gespräch mit einer Journalistin des Fernsehsenders Bloomberg TV fort. Auf die Frage, wie sich die Geschäftswelt gegenüber Trump verhalten sollte, erwiderte Soros: „Ich werde mich so weit wie möglich von ihm fernhalten.“

          Soros hatte gegen Kursanstieg nach der Wahl gewettet

          Soros hat als Investor praktisch aus dem Nichts ein Vermögen erschaffen, das vom amerikanischen Magazin „Forbes“ aktuell auf annähernd 25 Milliarden Dollar (gut 23 Mrd Euro) geschätzt wird. Legendär ist seine Wette gegen das britische Pfund 1992, die ihm 1 Milliarde Dollar einbrachte.

          Der steile Kursanstieg des Aktienmarkts nach dem unerwarteten Sieg von Trump bei den Präsidentschaftswahlen kostete Soros dagegen nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ fast 1 Milliarde Dollar. Soros widersprach bei dem Dinner nicht, als die Interviewerin erwähnte, dass er „viel Geld“ verloren habe.

          Soros prophezeite den Finanzmärkten aber ein böses Erwachen. Die Märkte träumten von weniger Regulierung und Steuern unter Trump. „Noch feiern sie“, sagte Soros. Aber am Ende werde die Realität die Märkte einholen und das werde nicht gut ausgehen. „Die Unsicherheit ist so hoch wie nie und Unsicherheit ist der Feind für langfristige Investments.“

          Weitere Themen

          60 Satelliten auf einmal ins All Video-Seite öffnen

          Internet 2.0 von SpaceX : 60 Satelliten auf einmal ins All

          Die erdnahen Trabanten stellen die erste Stufe eines geplanten Netzwerks des Internetdiensts Starlink dar, das Hochgeschwindigkeits-Internet für zahlende Kunden auf der ganzen Welt zur Verfügung stellen soll. Starlink ist ein Projekt des Unternehmers Elon Musk.

          Nach langem Anlauf fusioniert Video-Seite öffnen

          T-Mobile US und Sprint : Nach langem Anlauf fusioniert

          Ein Zusammenschluss der Nummer drei und Nummer vier des amerikanischen Mobilfunkmarktes war in den vergangenen Jahren schon zwei Mal gescheitert. Jetzt steht nur noch das Justizministerium als einzige Hürde im Weg.

          Topmeldungen

          Nach Mays Ankündigung : Brexit-Opfer

          Das Brexit-Thema wurde May wie zuvor schon Cameron zum politischen Verhängnis – und es ist eine Last, die auch die kommende Regierung nicht einfach abschütteln kann. Die EU allerdings auch nicht.
          Erst der Anfang: Dem „Spiegel“ stehen grundlegende Neuerungen bevor.

          Bericht zu „Spiegel“-Skandal : „Ein verheerendes Bild“

          Fünf Monate nach dem Bekanntwerden seines Fälschungsskandals hat der „Spiegel“ den Abschlussbericht seiner internen Untersuchung vorgelegt. Er offenbart eine Verkettung missachteter Warnungen.
          Der Bundesgeschäftsführer der österreichischen Sozialdemokraten (SPÖ), Thomas Drozda: „Mensch statt Konzern“

          SPÖ-Geschäftsführer über Kurz : „Das ist schlechter Stil“

          Österreich ist nach dem Strache-Video in Aufruhr, am Montag muss sich der Bundeskanzler einem Misstrauensantrag stellen. Thomas Drozda, Geschäftsführer der SPÖ, erklärt, ob die Sozialdemokraten Sebastian Kurz unterstützen werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.