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Merkel in Davos : „Die Sprachlosigkeit ist in unserer Zeit vielleicht größer als im Kalten Krieg“

Angela Merkel auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Bild: Reuters

Die Kanzlerin ruft auf dem Weltwirtschaftsforum zu mehr Dialog auf. Und erklärt nicht nur, welche Konflikte der Klimawandel herbeiführt.

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          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat gesellschaftliche Konflikte in Deutschland wegen des Klimathemas eingeräumt. In einer Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos sagte sie auf dem Weg zur Erreichung der in Paris vereinbarten Klimaziele zudem dramatische Veränderungen der wirtschaftlichen Wertschöpfung voraus. Die Umstellung der Stromproduktion in Deutschland sei ein „gewaltiger Kraftakt“.

          Merkel sagte, auf diesem Weg sei es wichtig, die Menschen mitzunehmen. „Wir Älteren müssen aufpassen, dass wir die Ideen der Jungen aufnehmen“, sagte sie. Man müsse aber auch konstatieren, dass eine große Gruppe von Menschen die Dringlichkeit eines raschen Wandels nicht sehe. Auch wenn für sie und viele andere Menschen die wissenschaftliche Begründung des Klimawandels offensichtlich sei, lehnten andere Menschen diese Sichtweise häufig emotional ab.

          „Wir müssen die Fakten mit den Emotionen versöhnen“, sagte die Bundeskanzlerin. „Das setzt voraus, dass man zumindest einmal miteinander spricht. Die Sprachlosigkeit ist in unserer Zeit vielleicht größer als im Kalten Krieg.“

          Merkel wiederholte wie in früheren Jahren ihr Plädoyer für die Sicherung des multilateralen Handelssystems, das vor allem von den Vereinigten Staaten in Frage gestellt wird. Zum Konflikt zwischen Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China bemerkte sie, eine Rückkehr zu einer bipolaren Welt halte sie nicht für erstrebenswert. Europa stehe den Vereinigten Staaten mit Blick auf das Gesellschaftssystem natürlich näher als China, aber das schließe wirtschaftlichen Wettbewerb zwischen den Vereinigten Staaten und Europa nicht aus.

          Nach den Worten Merkels will die Bundesregierung in den Jahren 2021 bis 2025 die Arbeit der Impfallianz Gavi mit 600 Millionen Euro unterstützen. Mehrere Entwicklungsorganisationen bezeichneten dies als ein richtiges Signal, sie halten den Betrag von 600 Millionen Euro allerdings nicht für ausreichend.

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