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Gipfel in Davos verschoben : Corona zwingt das Weltwirtschaftsforum in die Knie

Der Gründer des Weltwirtschaftsforum Klaus Schwab bei der Eröffnungsrede des 50. Treffens am 21. Januar 2020 Bild: Reuters

Eigentlich wäre es wichtig, dass Politiker und Konzernlenker darüber beraten, wie es nach der Corona-Pandemie weitergehen soll. Doch das Weltwirtschaftsforum in Davos fällt der Pandemie zum Opfer. Jetzt wird ein Termin im Sommer angepeilt.

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          Erstmals in seiner Geschichte muss das Weltwirtschaftsforum seinen angestammten Platz im Terminkalender räumen. Wie das Weltwirtschaftsforum am Mittwoch mitteilte, wird das 51. Treffen nicht im kommenden Januar stattfinden. Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, heißt es in der knappen Mitteilung. Schließlich wäre es in diesen Tagen von hoher Wichtigkeit gewesen, dass einflussreiche Vertreter aus Wirtschaft und Politik darüber beraten, was „für den großen Neustart“ nach der Corona-Pandemie getan werden muss. Doch die wissenschaftlichen Berater des Ausrichters hätten nicht garantieren können, dass die Veranstaltung mit Tausenden Teilnehmern sicher über die Bühne hätte gehen können. Nun wolle man das Forum auf den Frühsommer kommenden Jahres verschieben, heißt es in der Mitteilung. Details zu dem Sommertermin sollen bald folgen.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Die Meldung einer Verlegung kam für Außenstehende überraschend, nachdem kurz zuvor der geschäftsführende Direktor des Forums, Alois Zwinggi, in einem Schweizer Radio-Interview noch lediglich von einer Absage gesprochen hatte. Allerdings ist auch der Ausweichtermin mit großen Fragezeichen behaftet. Alles dürfte davon abhängen, ob die Corona-Pandemie bis dahin einigermaßen eingedämmt und vielleicht schon ein Impfstoff oder wirksame Medikamente auf dem Markt sein werden. Denn zu der Präsenzveranstaltung im Kanton Graubünden pilgern Teilnehmer aus der gesamten Welt.

          Das 50. Treffen im vergangenen Januar, an dem unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel und der amerikanische Präsident Donald Trump teilnahmen, fand unmittelbar vor Ausbruch der Pandemie statt. Damals war das Virus noch vor allem in China aufgetreten. Wenige Wochen später verbreitete es sich dann auch in Europa und dem Rest der Welt rasend schnell.

          Unter diesem Eindruck hatten die Verantwortlichen in der Schweiz ihre Pläne für die kommende Veranstaltung schon im Juni modifiziert. Für die 51. Auflage war unter dem Titel „der große Neustart“ eine Teilung vorgesehen: Während in Davos ein Treffen mit verringerter Teilnehmerzahl geplant war, sollten gleichzeitig in mehr als 400 Orten rund um die Welt interaktive Foren entstehen. Über dieses Netzwerk sollten vor allem junge Menschen zusammen kommen und mit den Entscheidern in Davos in den Dialog treten. Mit diesem „Zwillingsgipfel“ wollte das Forum nicht nur eine Antwort auf die Corona-Herausforderung, sondern sich selbst auch eine moderne Organisationsform geben. Die Organisation stand zuletzt vor allem durch die Klimaschutzdebatte in der Kritik. In der Pressemitteilung steht, dass man in der eigentlichen Konferenzwoche vom 25. Januar an weiterhin ein digitales Dialog-Forum mit prominenten Vertreten veranstalten will. Details und Namen gibt es dazu noch nicht.

          Für die Region Graubünden bedeutet die Verschiebung im Januar einen erheblichen Einschnitt. Hoteliers und private Vermieter verdienen jedes Jahr prächtig an dem einwöchigen Spektakel. Im kommenden Januar nun wird es in dem Skiort vergleichsweise beschaulich zugehen.

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