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Davos : Apple erobert die IT in den Unternehmen

Apple Laden in der Grand Central Station in New York Bild: REUTERS

Das Beratungshaus Forrester sieht den IT-Konzern aus Kalifornien als den großen Gewinner der vergangenen Jahre und Microsoft als den großen Verlierer.

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          Apple hat es in den vergangenen zehn Jahren geschafft, sich allein auf die Bedürfnisse der Privatkundschaft zu konzentrieren und damit nach lange vergeblichen Anläufen den Einstieg in der Welt der Informationstechnologie (IT) von Unternehmen gefunden. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Forrester, das zum Weltwirtschaftsforum in Davos veröffentlicht worden ist. „Steve Jobs hat es irgendwann aufgegeben, Apple mit speziellen Unternehmensprodukten in dieser Welt zu etablieren, und mit Hilfe der Privatkunden hat er es dann doch geschafft“, sagte George Colony, der Vorstandsvorsitzende von Forrester im Gespräch mit dieser Zeitung: „Für Microsoft war das vergangene Jahrzehnt eine verlorene Dekade.“

          Steigerung um mehr als 50 Prozent

          Das heiße aber nicht, dass das in den nächsten zehn Jahren wieder so sein müsse. „Auch IBM und Intel hat man in der Welt der IT schon einmal abgeschrieben.“ Gleichwohl: Derzeit läuft es vor allem für Apple gut. In knapp 50 Prozent der Unternehmen der von Forrester Befragten 3350 Entscheider in Nordamerika und in Westeuropa werden für die Mitarbeiter inzwischen auch Computer von Apple eingesetzt. Das ist einer Steigerung von mehr als 50 Prozent in nur zwei Jahren. Und in einer weiteren Umfrage unter 10 000 Angestellten, die jeweils mehr als eine Stunde am Tag an Computern arbeiten, hat sich gezeigt, dass inzwischen jeder Fünfte von ihnen ein Apple-Produkt auch beruflich verwendet.

          Viele Führungskräfte setzen auf Apple

          Die Nutzung der drei Produkttypen von Apple ist dabei recht gleichmäßig auf die Modelle von iPhones, iPads und die Macintosh-Computer verteilt. Produkte von Microsoft seien in der Geschäftswelt zwar immer noch dominant, aber 41 Prozent der Führungskräfte nutzten inzwischen auch Apple. Deshalb lasse sich feststellen, das Microsofts Dominanz zunächst zu Ende sei. „Wahr ist aber auch, dass Microsoft mit seinem künftigen Betriebssystem Windows 8 und mit dem aktuellen Betriebssystem für mobile Telefone Produkte hat, die am Markt wieder erfolgreicher sein können als in der Vergangenheit“, sagte Colony weiter.

          Microsoft könne auch davon profitieren, das sich bald gewiss auch wieder ein Trend dazu abzeichnen werde, mehr Rechenleistung aus dem Internet auf den Computer zu verlagern, dessen Kapazitäten derzeit häufig nicht ausgelastet würden. Zudem sei die Frage, welchen Weg Apple nach dem Tod von Steve Jobs einschlagen werde. „Ich würde Apple raten, weiterhin ausschließlich Elektronik für Privatkunden anzubieten. Aber die Apple Stores alle zwei Jahre mit einem Sensations-Produkt zu füllen, wird für den Nachfolger von Jobs, Tim Cook, beinahe unmöglich sein.“

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