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Managertreffen in den Bergen : Was die Gäste nach Davos lockt

Kanzlerin Angela Merkel sprach schon öfter in Davos - auch dieses Jahr kommt sie wieder zum Weltwirtschaftsforum in die Schweiz Bild: AFP

Am Mittwoch beginnt das Weltwirtschaftsforum in Davos. Was aber treibt Manager in die Schweizer Berge? Es sind - Konjunktureinschätzungen und Zufallskontakte.

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          Josef Ackermann, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, hat vor zwei Jahren, noch vor dem Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos, einen Umstand beklagt, an den es sich zu erinnern lohnt. Man werde in Krisenzeiten immer gern dafür bestraft, zu schnell zu optimistisch zu sein. Die Schwarzseher hingegen würden in solchen Situationen immer in den Himmel gehoben.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          Im Unterschied zu den prominenten Optimisten wie zum Beispiel ihm selbst hätten diese allerdings das Glück, im Fall einer falschen Prognose lediglich augenzwinkernd als Spinner abqualifiziert zu werden. In Davos treffen sie nun wieder alle aufeinander. Die Schwarzseher, unter denen sich in den vergangenen Jahren der inzwischen zum Optimisten gewandelte New Yorker Ökonom Nouriel Roubini hervorgetan hat, aber eben auch viele grundsätzlich zuversichtliche Menschen - und noch viel mehr Manager, die ein Gefühl dafür bekommen wollen, mit welcher Stimmung die Kollegen, die vielen Politiker oder Notenbanker wie EZB-Präsident Jean-Claude Trichet in das Jahr gehen.

          Dabei machen sie sich keine Illusionen über die Verlässlichkeit des Gelernten: Marijn Dekkers zum Beispiel, der neue Chef des Leverkusener Pharma- und Chemiekonzerns Bayer, kann sich nicht erinnern, dass die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Davos schon einmal wirklich treffend vorausgesagt worden wäre. Und doch war es die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, die mitten in der tiefsten Krise in Davos gesagt hat, sie sei davon überzeugt, dass gerade Deutschland gestärkt aus dieser schweren Zeit herausgehen würde. Sie sollte recht behalten.

          Deutsche-Bank-Vorstand Anshu Jain kommt regelmäßig nach Davos

          Für so international ausgerichtete Manager wie Dekkers entfaltet Davos besondere Anziehungskraft: Auch der Däne Kasper Rorsted, lange in Diensten amerikanischer Informationstechnologie-Unternehmen und inzwischen Chef der deutschen Henkel KGaA, reist sehr gerne nach Davos. Beide werden auch für diese Zeitung „Unterwegs in Davos“ sein und in der entsprechenden Rubrik von einem ihrer Tage in den Bergen berichten. In Davos kann es auch sein, dass sich Gerhard Cromme, frisch von der Siemens-Hauptversammlung aus München kommend, in einer Cafeteria mit dem künftigen BASF-Chef Kurt Bock zusammensetzt oder dass Klaus Kleinfeld, der früher an der Spitze von Siemens gestanden hat und jetzt Vorstandsvorsitzender des amerikanischen Aluminiumunternehmens Alcoa ist, eine Cola light mit Metro-Chef Eckhard Cordes trinkt, einem weiteren Stammgast in Davos. Ob auch Cordes Cola light mag, wissen wir zwar nicht. Sicher hingegen ist, dass Cordes auf der Feier zu treffen sein wird, auf die sich auch der gastgebende McKinsey-Deutschlandchef Frank Mattern schon freut.

          Vielleicht will Cordes aber auch mit den aus Indien angereisten Unternehmenschefs über Cash & Carry-Märkte reden. In Gesprächen mit Landsleuten fühlt sich auch der aus Indien stammende Anshu Jain, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank und vielleicht Nachfolger von Ackermann an ihrer Spitze, wohl. Er kommt regelmäßig nach Davos, genauso wie RWE-Chef Jürgen Großmann, der am Sonntag Gäste zu einem (Einkehr-)Schwung auf die Davoser Skipisten einlädt. Wenigstens dort sollten die Manager, Banker und Politiker dann wissen, wie es sicher bergab geht.

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