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Weltwirtschaftsforum : Putin warnt vor zu viel staatlicher Intervention

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„Wir sitzen alle in einem Boot”: Wladimir Putin bei der Eröffnung des Weltwirtschaftgipfels 2009 Bild: AP

Bei der offiziellen Eröffnung des Weltwirtschaftsforums in Davos hat Russlands Regierungschef Wladimir Putin vor zu starken Staatseingriffen in der Finanzkrise gewarnt. Gleichzeitig legte er seine Ansicht für eine bessere weltweite Energiepolitik dar.

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          Der russische Regierungschef Wladimir Putin hat vor zu starken Staatseingriffen in der derzeitigen Wirtschafts- und Finanzkrise gewarnt. „Ausuferndes Eingreifen in die wirtschaftliche Tätigkeit und das blinde Vertrauen in die Allmacht des Staates wären weitere mögliche Fehler“, sagte Putin am Mittwoch bei der offiziellen Eröffnung des Weltwirtschaftsforums in Davos.

          Zwar sei eine wachsende Rolle des Staates in einer Krise eine natürliche Reaktion wenn die Märkte versagt hätten. Aber anstatt die Marktmechanismen anzupassen, seien einige versucht, die staatlichen Eingriffe in die Wirtschaft so weit wie möglich auszuweiten. „Im 20. Jahrhundert machte die Sowjetunion die Rolle des Staates absolut. Diese Lektion haben wir teuer bezahlt“, sagte Putin.

          Niemand könne übersehen, dass der Geist freien Unternehmertums, einschließlich des Prinzips der persönlichen Verantwortung der Unternehmer, Investoren und Anteilseigner für ihre Entscheidungen, sich in den vergangenen Monaten aufgelöst habe, sagte Putin. „Aber es gibt keinen Grund zu glauben, dass wir bessere Ergebnisse dadurch erzielen, dass wir die Verantwortung auf den Staat verschieben.“

          Der russische Ministerpräsident legte in dem Schweizer Wintersportort, wo bis Sonntag rund 2500 Führungskräfte aus Wirtschaft und Politik zu ihrem traditionellen Treffen zusammengekommen sind, auch seine Ansicht für eine bessere weltweite Energiepolitik dar. „Ich schlage vor, dass wir einen neuen internationalen rechtlichen Rahmen für Energiesicherheit niederlegen“, sagte Putin.

          Jeder wisse, dass scharfe und nicht vorhersehbare Schwankungen der Energiepreise einen kolossalen destabilisierenden Faktor für die Weltwirtschaft darstellen. Darüber hinaus sei in der Finanzkrise die Wiederherstellung des Vertrauens unabdingbar. „Wir sollten uns von jetzt an darauf konzentrieren, als Hauptziel dieses gemeinsame Vertrauen zu finden“, schloss der russische Regierungschef seine Rede.

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