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Unterwegs in Davos: Werner Wenning : Ein Signal des Umdenkens

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Werner Wenning Bild: dpa

Das Weltwirtschaftsforum war wohl noch nie so wichtig wie heute. Wenn es eine derartige Veranstaltung noch nicht geben würde, man müsste sie jetzt erfinden. Das sagt zumindest Bayer-Chef Werner Wenning in unserer Kolumne „Unterwegs in Davos“.

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          Das Weltwirtschaftsforum war wohl noch nie so wichtig wie heute. Wenn es eine derartige Veranstaltung noch nicht geben würde, man müsste sie jetzt erfinden - als Plattform, die in dieser kritischen Konjunkturphase mehr Politiker, Wirtschaftsführer und Experten aus allen Ländern denn je zuvor in Davos zusammenbringt. Es gilt, unter Einbindung der verschiedenen Interessengruppen Impulse für die Zeit nach der Krise zu entwickeln.

          Ich freue mich, in diesem Jahr als einer der sieben Co-Chairs den Gründer und Executive Chairman des World Economic Forum, Professor Klaus Schwab, bei der Leitung der Konferenz zu unterstützen. Gleich heute Vormittag treffen wir uns in diesem Kreis, dem unter anderen der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan angehört. Bei der gemeinsamen Eröffnungspressekonferenz wollen wir die Bedeutung des Treffens betonen. Wichtig ist mir ein positives Zeichen, das einen Kontrapunkt zu dem um sich greifenden Fatalismus setzt. Vor allem aber brauchen wir ein Signal des Umdenkens: Wir müssen mit Optimismus und Tatkraft in die Zukunft blicken.

          Anschließend steht das Treffen des "International Business Council" auf meinem Terminkalender. Dort werden wir Gelegenheit haben, uns mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao auszutauschen. Diese Begegnung liegt mir besonders am Herzen, denn China ist schon heute der drittgrößte Markt von Bayer weltweit, und mit unseren Geschäftsaktivitäten nehmen wir führende Positionen ein. Insgesamt haben wir im "Reich der Mitte" bereits 2,8 Milliarden Euro investiert und tragen mit unseren innovativen Produkten und modernen Technologien auch zur Schonung der Umwelt und damit zur Nachhaltigkeit der Entwicklung in China bei.

          Das ist mir besonders wichtig, denn ungeachtet der Finanz- und Wirtschaftskrise dürfen wir die drängenden, langfristigen Herausforderungen nicht vergessen: den Klimaschutz, die Ernährung der Weltbevölkerung oder die Sicherung der Energieversorgung.

          Es gilt für alle Bereiche: Nachhaltigkeit gewinnt weiter an Bedeutung. Wir müssen zurück zu soliden Geschäftsmodellen. Denn letztlich war es kurzfristiges Gewinnstreben, das die Finanzkrise ausgelöst hat. Auch darüber wird heute Nachmittag zu sprechen sein, in einer Sitzung mit den Direktoren wichtiger Zentralbanken, darunter EZB-Chef Jean-Claude Trichet. Das Thema: Wie viel Luft muss noch aus den Finanzmärkten entweichen?

          Der programmatische Teil des Tages wird abgeschlossen mit der offiziellen Eröffnung des Weltwirtschaftsgipfels, bei der unter anderem Wladimir Putin sprechen wird, sowie einem anschließenden Essen auf Einladung von Professor Schwab. Ich freue mich auf viele interessante Begegnungen und Gespräche in Davos.

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