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Davos 2008 : Der Terminkalender

Pünktlich: Die Gäste kommen Bild: AFP

Bis Samstag diskutieren in Davos die Mächtigen der Welt. Es geht um so unterschiedliche Themen wie die Bedeutung der Staatsfonds oder den Handel mit Emissionszertifikaten. Doch wer spricht wann, mit wem und über was? Ein Blick in den Terminkalender.

          3 Min.

          Carsten Knop
          Herausgeber.

          Mittwoch

          Schon am Mittwochmorgen, dem Eröffnungstag befasst sich eine der ersten Veranstaltungen des Forums mit der Frage, welche Themen die Entwicklung der Weltwirtschaft in den kommenden zwölf bis achtzehn Monaten beschäftigen werden. Dabei dürften sogleich die Auswirkungen der Kreditkrise an den internationalen Finanzmärkten im Vordergrund der Betrachtung stehen. Wird sich die übrige Weltwirtschaft von der Schwäche in den Vereinigten Staaten abkoppeln können? Wie lange wird der Außenwert des Dollar noch unter Druck stehen?

          Am Abend wird das World Economic Forum im großen Saal des Kongresszentrums von der amerikanischen Außenministerin Condoleezza Rice und dem japanischen Premierminister Yasuo Fukada offiziell eröffnet. Über das Oberthema der Veranstaltung „Innovationskraft durch Zusammenarbeit“ sprechen danach unter anderen Tony Blair, bis 2007 Premierminister von Großbritannien, K.V. Kamath, Vorstandsvorsitzender der indischen ICICI Bank, Wang Jianzhou, der Chef des Mobilfunkunternehmens China Mobile, und Indra K. Nooyi, der Vorstandsvorsitzende des amerikanischen Getränkeherstellers Pepsico. Am späteren Abend treffen sich Nobelpreisträger wie Al Gore, Orhan Pamuk, Edmund Phelps und Joseph Stiglitz.

          Donnerstag

          Die Bedeutung sogenannter Staatsfonds hat im vergangenen Jahr stark zugenommen. Welchen Einfluss nehmen diese Fonds inzwischen auf die Weltwirtschaft? Darüber diskutieren in einer Veranstaltung am Morgen Stephen Schwarzman, der Vorstandsvorsitzende des Finanzinvestors Blackstone, Richard Fuld, der Vorstandschef von Lehman Brothers, Kristin Halvorsen, die Finanzministerin von Norwegen, und Lou Jiwei, der Chef der China Investment Corporation.

          Andererseits nimmt die Macht kleinerer Aktionärsgruppen, die manchmal nicht mehr als 1 Prozent der Anteile an einer Aktiengesellschaft halten, immer weiter zu. Wie konnte es dazu kommen, dass diese Aktionäre einen so großen Einfluss erlangen konnten? Darüber reden in einer Veranstaltung am Mittag David Childs, Managing Partner von Clifford Chance, und Jean-François Theodore, der Chef der Börse Euronext in Paris.

          Am Abend wird von einem hochrangig besetzten Podium über die zu erwartende Zahl von Unternehmensübernahmen und -zusammenschlüssen diskutiert. Was wird sich 2008 gegenüber dem vergangenen Jahr verändern? Wie ist die Lage auf den unterschiedlichen Kontinenten der Erde? Auf dem Podium sitzen unter anderen der designierte Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, Martin Blessing, Thomas Krenz, Partner der Permira Beteiligungsberatung, und Herbert Walter, der Vorstandsvorsitzende der Dresdner Bank.

          Wie effizient ist der Handel mit Emissionszertifikaten? Mit dieser Frage befasst sich ein Gespräch am Abend. Warum hat sich das Handelsvolumen mit diesen Zertifikaten allein im Jahr 2006 in den Vereinigten Staaten verdreifacht, wenn in der gleichen Zeitspanne die Emissionen um 1 bis 1,5 Prozent gestiegen sind? Darüber reden unter anderen Lars Josefsson, der Vorstandsvorsitzende des schwedischen Energieversorgers Vattenfall, und EU-Umweltkommissar Stavros Dimas.

          Freitag

          Die Informationstechnologie, vor allem aber die nächste Entwicklungsstufe des Internets (Web 2.0) machen die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Entwicklungsteams überhaupt erst möglich. Wie können solche technischen Fähigkeiten genutzt werden, um damit auch Entwicklungsländern auf die Sprünge zu helfen? Darüber diskutieren unter anderen Vyomesh Joshi, Executive Vice President der Druckersparte des amerikanischen Computerherstellers Hewlett-Packard, Michael Mayer, der Vorstandsvorsitzende des Halbleiterherstellers Freescale, und B. Ramalinga Raju, der Gründer des indischen Informationstechnologie-Dienstleisters Satyam.

          In einem weiteren Forum geht es am Morgen um die Frage, was global tätige Unternehmen dafür tun können, um die Welt funktionsfähig zu halten. Darüber sprechen John Chambers, der Vorstandsvorsitzende des amerikanischen Netzwerkausrüsters Cisco, Wang Jianzhou, der Chef von China Mobile, und Inra Nooyi, der Vorstandsvorsitzende von Pepsico. Moderieren wird der Gründer des WEF, Klaus Schwab.

          Am Abend diskutieren diverse amerikanische Politiker und hohe Beamte bis hin zu den Chefs der Bundespolizei FBI und der Wertpapieraufsichtsbehörde SEC über die Zukunft der Vereinigten Staaten im Jahr der Präsidentschaftswahl.

          Samstag

          Die Biotechnologie hat in der pharmazeutischen Forschung viel verändert. Aber es dauert noch immer sieben bis zehn Jahre bis zur Marktreife eines neuen Medikaments, und die durchschnittlichen Kosten übersteigen leicht die Grenze von 800 Millionen Dollar. Vor diesem Hintergrund diskutiert der Intel-Verwaltungsratsvorsitzende Craig Barrett am Morgen mit anderen Teilnehmern über die Frage, wie sich die Entwicklung neuer Medikamente beschleunigen lässt. Was kann in der Prüfung und Zulassung von Medikamenten verbessert werden? Und: Wie sehr werden auf einzelne Patienten und Patientengruppen zugeschnittene Medikamente das Geschäftsmodell der Pharmakonzerne verändern?

          Im vergangenen Jahr waren die Geschäfte privater Finanzinvestoren Inhalt zahlreicher Gespräche in Davos. Aber auch 2008 will die Veranstaltung ihren Beitrag leisten, zwischen Legenden und Realität rund um die Private-Equity-Branche zu unterscheiden. Dabei helfen in einer Veranstaltung am Samstagmorgen Donald Gogle, der Chef von Clayton, Dubilier & Rice, Martin Halusa, der Vorstandsvorsitzende von Apax, sowie Henry Kravis, Mitbegründer von Kohlberg Kravis Roberts & Co.

          Ist es möglicherweise genau der richtige Weg zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Erde, wenn die Hälfte der Erdbevölkerung auf 3 Prozent der Fläche der Welt wohnt? Wie können große Städte aber mit den Herausforderungen umgehen, die es rund um die Energieversorgung und Abfallentsorgung zu meistern gibt? Darüber diskutieren unter anderen Ken Livingstone, der Bürgermeister von London, Shintaro Ishihara, der Gouverneur von Tokio, und Gilbert Kassab, der Bürgermeister von São Paulo.

          Am Nachmittag reden Rupert Murdoch, der Vorstandsvorsitzende des Medienkonzerns News Corp., und Tony Blair über die Zukunft der öffentlichen Verwaltung: „Braucht es ein ,Government 2.0'?“

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