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Weltwirtschaftsforum 2004 : Amerika zeigt guten Willen in Davos

  • Aktualisiert am

Dick Cheney lenkt ein Bild: AP

Die Vereinigten Staaten wollen den Streit mit dem "alten Europa" über den Irak-Krieg vergessen und künftig beim Kampf gegen Terror mehr auf internationale Zusammenarbeit setzen. In Davos gingen die lautstarken Proteste gegen das Forum weiter.

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          Die Vereinigten Staaten wollen den Streit mit dem "alten Europa" über den Irak-Krieg vergessen und künftig beim Kampf gegen Terror und diktatorische Regime mehr auf internationale Zusammenarbeit setzen. Denn da gebe es "Arbeit für viele Hände", sagte der amerikanische Vizepräsident Dick Cheney am Samstag in Davos. "Wir sollten daher an jeder Front zusammenarbeiten."

          Die Rede von Cheney beim Weltwirtschaftsforum war eine geschickt verpackte Botschaft, die den Europäern zeigen sollte, daß die Amerikaner guten Willens sind. Cheney erinnerte daran, daß die transatlantischen Beziehungen schon Belastungsproben überstanden hätten. Zugleich lobte er die Erfolgsgeschichte der europäischen Einigung. "Amerika wünscht ein Europa, das so stark wie möglich ist."

          „Vorwärtsstrategie für den Frieden“

          Der Stellvertreter von Präsident George W. Bush ließ zwar keinen Zweifel daran, daß der Kampf gegen den Terror mit unverminderter Härte weitergehe. Doch er redete viel ausführlicher über den Einsatz für Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie, "weil freiheitliche Staaten keine Terroristen exportieren". Sicherheit sei ohne Wohlstand nicht zu bekommen. Beides zusammen finde man am ehesten in freien und demokratischen Staaten. Er wies die Ansicht zurück, der Islam wolle dies nicht. "Der Wunsch nach Freiheit ist universal." Cheney erwähnte in diesem Zusammenhang die Türkei, die in die Europäische Union aufgenommen werden sollte.

          Am Weltwirtschaftsforum nehmen Staatsoberhäupter, Wirtschaftsbosse, Vordenker und Aktivisten teil

          Den Krieg im Irak bezeichnete Cheney nicht mehr als "präventiven Schlag" wegen vermuteter Massenvernichtungs-Waffen, sondern als "Vorwärtsstrategie für den Frieden". Wenn man Sicherheit auf der Welt erreichen wolle, sagte Cheney, dann gehe es nicht um die Wahl zwischen unilateralem oder multilateralem Vorgehen im Rahmen der Vereinten Nationen. Es gehe allein um die Wahl, ob man eine gerechte und demokratische Welt schaffen wolle.

          Die Frage eines Teilnehmers, ob Iran nicht mehr zur "Achse des Bösen" gehöre, beantwortete Cheney nicht direkt. Er sprach statt dessen von der Hoffnung, daß die Europäer die volle iranische Zusammenarbeit bei der Nuklearaufsicht erreichten.

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