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Weltwirtschaft in der Pandemie : Das IWF-Szenario ist zu optimistisch

IWF-Chefin Kristalina Georgiewa stellt heute den Wirtschaftsausblick des Währungsfonds vor. Bild: dpa

Die Fachleute des IWF sagen die größte Wirtschaftskrise seit der Großen Depression voraus. Eine Gefahr unterschätzen sie dabei sogar noch.

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          Die Corona-Pandemie hat eine weltweite Wirtschaftskrise zur Folge, die mit den klassischen Mitteln der Wirtschaftspolitik nicht zu bewältigen ist. Um die Ausbreitung des Virus zu bremsen, haben die Regierungen der meisten Länder großen Teilen der Wirtschaft Stillstand auferlegt.

          Diese brutale Therapie zeigt Wirkung. In einigen Ländern und Regionen verlangsamt sich die Ausbreitung der Krankheit. Doch manche Nebenwirkungen sind womöglich tödlich. In den ärmsten Ländern könnte es Hungersnöte geben.

          Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Regierungen Lockerungen des verordneten Stillstands prüfen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat einen Ausblick auf die Weltkonjunktur veröffentlicht, dessen Basisszenario düster ist: In fast allen Ländern sei mit wirtschaftlichen Einbrüchen zu rechnen, die Leistung der Weltwirtschaft dürfte um drei Prozent schrumpfen.

          Einen solchen Einbruch hat es seit der Großen Depression der dreißiger Jahre nicht mehr gegeben. Selbst in der Finanzkrise vor gut zehn Jahren kam die Weltkonjunktur mit einem Minus von 0,1 Prozent mehr als glimpflich davon.

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          Nur: Das Basisszenario ist leider zu positiv. Denn es geht von einem Abklingen der Pandemie und der Wiederbelebung weiter Teile der Wirtschaft in den kommenden Monaten aus. Realistischer ist aber, dass Auflagen zu früh gelockert und damit neue Krankheitsausbrüche ermöglicht werden, die neue Einschränkungen des Geschäftslebens erzwingen. Die Spanische Grippe vor hundert Jahren kam in drei Wellen.

          Besonders arme Länder könnten sich gezwungen sehen, die Wirtschaft am Laufen zu halten, um ihre Bürger vor existentiellen Bedrohungen zu bewahren. Damit würden sie zu einem Gesundheitsrisiko für den Rest der Welt.

          Diese Länder brauchen dringend finanzielle Hilfe. Der vom Währungsfonds beschlossene Schuldenerlass für die 25 ärmsten Länder ist richtig, schon allein aus Eigennutz. Die größte Hoffnung ruht aber darauf, dass Forscher einen Impfstoff finden und, genauso wichtig, dass dieser in der ganzen Welt verteilt wird. Und zwar schnell.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

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